Ein zentraler Meilenstein ist die Beendigung der langjährigen Restau­rie­rungs­arbei­ten an der Klosterkirche, durch die die historischen Freskenschichten bis Ende 2026 wieder ohne Gerüst sichtbar sein werden. Das Sommerprogramm beleuchtet mit Wandmalereien, Musik, Textilien und Fotografie, wie Geschich­te im Kloster bewahrt und neu interpretiert wird.

Die karolingischen Fresken der Klosterkirche erzählen von zahlreichen Überarbeitungen, Übermalungen und Freilegungen im Laufe der Jahrhun­derte. Mit dem Abschluss der Restaurierung erhält dieses Kulturerbe beson­dere Aufmerksamkeit. Gestern Sonntag, am 14. Juni, feierten die Unesco-Welterbetage ihr zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurden kostenfreie Führungen Einblicke in die Geschichte und die Restaurierungsarbeiten des Klosters geboten. So wird das Jahresthema «Schichten» unmittelbar erfahrbar. 

Musik und Textilien
Das Kloster St. Johann ist auch ein Ort für Gebet, Gesang und Musik. Die besondere Akustik der Klosterkirche schafft einen Klangraum, in dem Musik als weitere Schicht die Architektur ergänzt. Am Samstag, 4. Juli, bringt das Trio d’anches mit Klarinette, Oboe und Fagott die Kirche zum Klingen. Stephan Britt, Barbara Zumthurm und Manuel Beyeler laden zu einem Kammermusikabend ein, der musikalische Nuancen eindrücklich erlebbar macht.

Textilien im Münstertal und Obervinschgau haben seit Jahrhunderten eine wichtige kulturelle Bedeutung. Auch im Kloster spiegeln Textilien, Stickereien und gestalterische Entwürfe diese kulturellen Spuren wider. Die bis 2027 verlängerte Ausstellung zur Benediktinerin und Künstlerin Sr. Pia Willi widmet sich diesem Thema. Am Welttag des Stickens, am 30. Juli, lädt das Kloster gemeinsam mit der Handwebe­rei Tessanda zum offenen Sticken bei Kaffee und Kuchen in der Chasa Selm ein – für erfahrene und neugierige Hände. Am 6. August erweitert der Zeichenkurs «Intuitives Zeichnen» mit Anja Bayerwaltes den Blick auf textile Muster und Naturbeobachtungen rund ums Kloster. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, eine Anmeldung jedoch schon.

Ein besonderer Höhepunkt folgt am 8. August: Der Museumstag Val Müstair widmet sich ganz dem Thema «Textiles» und vernetzt Kulturstätten im ganzen Tal. 

Und auch Fotografien
Auch Fotografien bestehen aus Schichten von Erinnerungen und Geschich­ten. Im Sommer setzt das Kloster seine Auseinandersetzung mit dem fotografischen Erbe des Münstertals fort. Nach der Ausstellung mit Werken von Johann Feuerstein erscheint am 2. August die Publikation «Johann Feuerstein (1871 – 1945) Val Müstair». Die Buchvernissage in der Chasa Selm macht die bisher unbekannten Fotografien weiterhin zugänglich und lädt zur Identifikation von Menschen und Orten ein – als fotografisches Gedächtnis des Münstertals.

Der Sommer im Unesco-Welterbe Kloster St. Johann Müstair zeigt: Geschichte entsteht aus vielen Schichten – sichtbar an den Wandmalereien, hörbar in der Musik, greifbar in Textilien und festgehalten in Fotografien.

Medienmitteilung: Kloster St. Johann
Foto: Jon Duschletta

Weiterführende Informationen unter: www.muestair.ch