Zwei Wochen Festival da Jazz sind bereits vorbei. Wie fällt Ihre erste Zwischenbilanz aus?
Es ist eine wunderbare Ausgabe. Wir hatten noch nie so viel Wetterglück. Das wirkt sich auf die Stimmung der Künstler, der Gäste und des Teams. Es macht alles einfacher. Für mich ist es eine ruhige, «smoothe» Ausgabe. Ich fühle mich im Moment wie der Kapitän eines grossen Kreuzfahrtschiffes, der ständig mit den Ehrengästen beim Essen ist. Ich bin definitiv nicht mehr auf der Brücke. Die anderen fahren. Die Organisation läuft wie geschmiert.
Es ist eine wunderbare Ausgabe. Wir hatten noch nie so viel Wetterglück. Das wirkt sich auf die Stimmung der Künstler, der Gäste und des Teams. Es macht alles einfacher. Für mich ist es eine ruhige, «smoothe» Ausgabe. Ich fühle mich im Moment wie der Kapitän eines grossen Kreuzfahrtschiffes, der ständig mit den Ehrengästen beim Essen ist. Ich bin definitiv nicht mehr auf der Brücke. Die anderen fahren. Die Organisation läuft wie geschmiert.
Seitdem Sie Gemeindepräsident von St. Moritz sind, hatten Sie das Steuer auf der «MS Festival da Jazz» nicht mehr alleine in der Hand ...
Genau, seit acht Jahren muss ich das Team des «Amts für Ideen» gewähren lassen, welches das Festival da Jazz organisiert. Ich bin in keinem Chat, ich weiss nicht im Detail, was intern abläuft. Läutet bei mir das Telefon, ist meistens irgendetwas nicht mehr gut und es braucht einen Entscheid.
Genau, seit acht Jahren muss ich das Team des «Amts für Ideen» gewähren lassen, welches das Festival da Jazz organisiert. Ich bin in keinem Chat, ich weiss nicht im Detail, was intern abläuft. Läutet bei mir das Telefon, ist meistens irgendetwas nicht mehr gut und es braucht einen Entscheid.
Obwohl Sie nicht im Organisationsalltag eingebunden sind, hat man als Aussenstehende das Gefühl, Sie seien beim Festival da Jazz überall.
Ja, ich bin überall und sehe und höre alles. Die vergangene Nacht war ich bis zwei Uhr morgens noch an der Jam-Session der jungen Künstler in Vic’s Bar. Ich will spüren und erleben, was läuft. Ich bin überall, weil ich die grossen Konturen verstehe und aufgrund der langjährigen Erfahrung sehr gut spüre, was wohin passt. Ausserdem kenne ich das Tal am besten. Ich bin eigentlich das Korrektiv im grossen Ganzen.
Ja, ich bin überall und sehe und höre alles. Die vergangene Nacht war ich bis zwei Uhr morgens noch an der Jam-Session der jungen Künstler in Vic’s Bar. Ich will spüren und erleben, was läuft. Ich bin überall, weil ich die grossen Konturen verstehe und aufgrund der langjährigen Erfahrung sehr gut spüre, was wohin passt. Ausserdem kenne ich das Tal am besten. Ich bin eigentlich das Korrektiv im grossen Ganzen.
Ab Januar 2027 können Sie sich dann wieder mehr in die Organisation einbringen.
Und davor hat das Organisationsteam jetzt schon Angst. Das Daily Business interessiert mich nicht. Ich versuche es kreativ zu stören. Das ist wichtig, sonst wird es bequem und zu einer Routinegeschichte.
Und davor hat das Organisationsteam jetzt schon Angst. Das Daily Business interessiert mich nicht. Ich versuche es kreativ zu stören. Das ist wichtig, sonst wird es bequem und zu einer Routinegeschichte.
Sie sagen, dass die Organisation sehr gut eingespielt und professionell ist. Wo gibt es noch Herausforderungen?
Es ist ein gut geöltes Getriebe, aber wenn dort der Bordtechniker nicht regelmässig vorbeiläuft und Öl nachfüllt, dann gehen die Maschinen kaputt. Der Bordtechniker bin ich. Ich kümmere mich um Geld, Programm, Künstler und Gäste. Die Finanzierung ist die grösste Herausforderung. Jedes Jahr. Es ist ein ewiger Dauerkampf.
Es ist ein gut geöltes Getriebe, aber wenn dort der Bordtechniker nicht regelmässig vorbeiläuft und Öl nachfüllt, dann gehen die Maschinen kaputt. Der Bordtechniker bin ich. Ich kümmere mich um Geld, Programm, Künstler und Gäste. Die Finanzierung ist die grösste Herausforderung. Jedes Jahr. Es ist ein ewiger Dauerkampf.
Was motiviert Sie, weiterzumachen?
Für mich kommt hier alles zusammen, was mich begeistert: Natur, Gastgebertum, schöne Musik, neue Räume, spontane Entwicklungen. Dafür steht auch St. Moritz. Und dafür stehe auch ich. Das Festival da Jazz könnte ich mir nirgends anderswo vorstellen als hier.
Für mich kommt hier alles zusammen, was mich begeistert: Natur, Gastgebertum, schöne Musik, neue Räume, spontane Entwicklungen. Dafür steht auch St. Moritz. Und dafür stehe auch ich. Das Festival da Jazz könnte ich mir nirgends anderswo vorstellen als hier.
Ein wichtiges Element des Festivalkonzepts ist die Nähe zu den Künstlern, die Intimität der Konzerte. Inzwischen ist das Festival da Jazz sehr bekannt, funktioniert das Konzept noch?
Ja, es funktioniert immer noch wie vor fünf oder zehn Jahren. Es ist glücklicherweise nicht so, dass wir im Mai schon alles ausverkauft haben.
Ja, es funktioniert immer noch wie vor fünf oder zehn Jahren. Es ist glücklicherweise nicht so, dass wir im Mai schon alles ausverkauft haben.
Glücklicherweise?
Ja, denn so sind auch spontane Besuche möglich. Will jemand unbedingt noch ein Konzert besuchen, machen wir das möglich. Ich sage immer: Kommen Sie an die Abendkasse! Das gilt auch für das Konzert von Tom Jones, das seit Mai ausverkauft ist. Es gibt immer Leute, die Tickets kaufen und dann nicht erscheinen. Zwischen zehn und zwanzig Tickets werden pro Abend nicht genutzt. Diese berechnen wir ein.
Ja, denn so sind auch spontane Besuche möglich. Will jemand unbedingt noch ein Konzert besuchen, machen wir das möglich. Ich sage immer: Kommen Sie an die Abendkasse! Das gilt auch für das Konzert von Tom Jones, das seit Mai ausverkauft ist. Es gibt immer Leute, die Tickets kaufen und dann nicht erscheinen. Zwischen zehn und zwanzig Tickets werden pro Abend nicht genutzt. Diese berechnen wir ein.
Die Konzerte finden an verschiedenen ausgewählten Orten statt. Haben Sie Lieblingsorte?
Den Taiswald finde ich grossartig, Stampa auch. Das sind total emotional geladene Plätze. Aber natürlich schlägt das Herz im Dracula-Club. Das Festival da Jazz hat etwas Rituelles. Ich weiss ziemlich genau, welche Leute wohin kommen. In Stampa hat es einen kleinen Kreis, der fix eingeteilt ist. Jemand kommt seit 15 Jahren eigens aus Neuseeland für das Festival da Jazz und Stampa, es ist für ihn der wichtigste Austragungsort. Es hat sich eine Community gebildet in den vergangenen 20 Jahren, die sich zum Teil auch während des Jahres verbunden hat.
Den Taiswald finde ich grossartig, Stampa auch. Das sind total emotional geladene Plätze. Aber natürlich schlägt das Herz im Dracula-Club. Das Festival da Jazz hat etwas Rituelles. Ich weiss ziemlich genau, welche Leute wohin kommen. In Stampa hat es einen kleinen Kreis, der fix eingeteilt ist. Jemand kommt seit 15 Jahren eigens aus Neuseeland für das Festival da Jazz und Stampa, es ist für ihn der wichtigste Austragungsort. Es hat sich eine Community gebildet in den vergangenen 20 Jahren, die sich zum Teil auch während des Jahres verbunden hat.
Wo haben die Einheimischen Platz in dieser Community?
Überall, wenn sie wollen. Es gibt ja auch Einheimische, die jedes Jahr wiederkommen. Die meisten Einheimischen sehe ich in Celerina, in Pontresina und natürlich auf der Hauser-Terrasse und am Lej da Staz. Das Hauser befindet sich mitten im Dorf, die Konzerte sind gratis, alle können kommen. Niederschwellig ist dieses Angebot auch in der Komplexität der Musik. Der Lej da Staz ist im Sommer der grösste Treffpunkt für Einheimische. An diesen Konzerten trifft man alle, die man sonst am Festival da Jazz nicht sieht, teilweise sogar morgens um fünf Uhr. Das ist toll.
Überall, wenn sie wollen. Es gibt ja auch Einheimische, die jedes Jahr wiederkommen. Die meisten Einheimischen sehe ich in Celerina, in Pontresina und natürlich auf der Hauser-Terrasse und am Lej da Staz. Das Hauser befindet sich mitten im Dorf, die Konzerte sind gratis, alle können kommen. Niederschwellig ist dieses Angebot auch in der Komplexität der Musik. Der Lej da Staz ist im Sommer der grösste Treffpunkt für Einheimische. An diesen Konzerten trifft man alle, die man sonst am Festival da Jazz nicht sieht, teilweise sogar morgens um fünf Uhr. Das ist toll.
Was war die Ursprungsidee der Konzerte am Lej da Staz?
Vor bald neun Jahren wurde das Gratiskonzert als Dankeschön für das Tal ins Leben gerufen. Und heute ist Lej da Staz das Aushängeschild des Festival da Jazz. Der Anlass kostet 350 000 Franken, aber es ist ein Anlass mit Botschaft und Signalwirkung.
Vor bald neun Jahren wurde das Gratiskonzert als Dankeschön für das Tal ins Leben gerufen. Und heute ist Lej da Staz das Aushängeschild des Festival da Jazz. Der Anlass kostet 350 000 Franken, aber es ist ein Anlass mit Botschaft und Signalwirkung.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder romanische oder Bündner Acts. Dieses Jahr fehlen sie. Wieso?
Zufall. Dass die romanischen Acts fehlen, ist uns bewusst, und das wird nächstes Jahr wieder anders sein. Der Mix aus Superstars und Newcomern ist wichtig, die Abwechslung ebenfalls. Dieser Spagat ist uns dieses Jahr gelungen. So war beispielsweise am gleichen Abend ein Konzert der 77-Jährigen Jazz-Ikone Dee Dee Bridgewater und danach eine Jam-Session der Jungen – beide Vorstellungen waren voll.
Zufall. Dass die romanischen Acts fehlen, ist uns bewusst, und das wird nächstes Jahr wieder anders sein. Der Mix aus Superstars und Newcomern ist wichtig, die Abwechslung ebenfalls. Dieser Spagat ist uns dieses Jahr gelungen. So war beispielsweise am gleichen Abend ein Konzert der 77-Jährigen Jazz-Ikone Dee Dee Bridgewater und danach eine Jam-Session der Jungen – beide Vorstellungen waren voll.
In den zwei Jahrzehnten hat sich das Festival da Jazz etabliert. Welchen Stellenwert hat es heute für die Region?
Um andere zu zitieren: Wir sind einer der grössten Sommeranlässe in Graubünden, mit der grössten Strahlkraft national und sogar international. Wir bespielen eine Zeit, in der sonst touristisch noch nicht so viel läuft, vor allem die ersten zwei Juliwochen. Das Festival da Jazz erzeugt ein gutes Grundrauschen in den Sommer hinein. Imagetechnisch hat das Festival sicher eine wichtige Bedeutung.
Um andere zu zitieren: Wir sind einer der grössten Sommeranlässe in Graubünden, mit der grössten Strahlkraft national und sogar international. Wir bespielen eine Zeit, in der sonst touristisch noch nicht so viel läuft, vor allem die ersten zwei Juliwochen. Das Festival da Jazz erzeugt ein gutes Grundrauschen in den Sommer hinein. Imagetechnisch hat das Festival sicher eine wichtige Bedeutung.
Worauf darf sich der Festivalbesucher diesen Sommer noch besonders freuen?
Für mich ist Blues Max heute Abend ein Highlight.
Für mich ist Blues Max heute Abend ein Highlight.
Nächstes Jahr findet die Jubiläumsausgabe statt. Können wir grosse Namen zum 20. Geburtstag erwarten?
Am Lej da Staz eher nicht, denn dort würden wir mit zu grossen Namen eine zu grosse Masse anziehen, und das wollen wir an diesem sensiblen Ort nicht. Wir wollen naturverträgliche Konzerte am Lej da Staz ermöglichen.
Am Lej da Staz eher nicht, denn dort würden wir mit zu grossen Namen eine zu grosse Masse anziehen, und das wollen wir an diesem sensiblen Ort nicht. Wir wollen naturverträgliche Konzerte am Lej da Staz ermöglichen.
Und wo werden die grossen Namen dann nächstes Jahr auftreten?
Nicht dort, wo man es erwartet. Es ist ein 20. Geburtstag, wir werden uns schon was einfallen lassen. Ich freue mich schon sehr auf das Jubiläum.
Nicht dort, wo man es erwartet. Es ist ein 20. Geburtstag, wir werden uns schon was einfallen lassen. Ich freue mich schon sehr auf das Jubiläum.




Diskutieren Sie mit
Login, um Kommentar zu schreiben