Am Donnerstag, 10. September gegen 16:45 Uhr, fuhr ein niederländischer Reisecar von Zernez Richtung Susch. Bei der Örtlichkeit Less, in einem Baustellenbereich, kam der Bus von der Strasse ab und kippte um. An Bord waren laut Kantonspolizei 45 erwachsene Personen. Fünf Menschen starben, 40 wurden verletzt: drei schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht. Die Insassen waren Niederländer. Das niederländische Aussenministerium gab bekannt, dass es sich um vier Frauen im Alter von 71, 75, 79 und 80 Jahren sowie um einen 75-jährigen Mann handelt. 

Sieben Rettungshelikopter und 13 Ambulanzteams brachten die Verletzten in verschiedene Spitäler, darunter die Regionalspitäler in Scuol und Samedan sowie die Traumazentren in Chur und St. Gallen. Gemäss holländischen Medien sind Stand Sonntag dreizehn Verunfallte inzwischen in die Niederlande zurückgekehrt. Mindestens fünf weitere Personen werden in den kommenden Tagen nach Hause reisen, unter anderem mit dem Krankenwagen, dem Taxi und dem Flugzeug. Elf Verletzte befinden sich noch in einem Schweizer Krankenhaus; einer von ihnen liegt auf der Intensivstation. Ein Team der Notrufzentrale Eurocross betreut die Opfer und organisiert ihre Rückreise, sobald dies medizinisch vertretbar ist. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat ein Strafverfahren gegen den Chauffeur eröffnet. Es besteht der Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung und mehrfache fahrlässige Körperverletzung. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Montag gegenüber Keystone-SDA. Die genaue Unfallursache ist weiterhin nicht offiziell geklärt. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen den Hergang.