Mit dem 4. Platz in ihrer Altersklasse gelang ihr ein absolutes Highlight – und das ausgerechnet an einem Wettkampf, den sie ohne grossen Erwar­tungsdruck angehen wollte. Die Saison ist für Paglia nicht wie erhofft verlaufen. Eine Verletzung machte ihr insbesondere beim Laufen lange einen Strich durch die Rechnung. Ihren Start am Ironman Cairns in Australien musste sie während des Rennens aufgeben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz lag. Über mehrere Monate war an regelmässiges Lauftraining nicht zu denken.

Umso erfreulicher war die Rückkehr an die internationale Wettkampfbühne in Nizza. Über die Distanzen von 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen lief bei der 40-jährigen Athletin an diesem Tag alles wie am Schnürchen. Besonders eindrücklich war ihre Laufleistung: Mit einer Zeit von 1:28 Stunden über den Halbmara­thon erzielte Paglia eine persönliche Bestzeit – und das nach gerade einmal knapp vier Wochen Lauftraining nach ihrer Verletzung. «Mein Plan war, dieses Rennen einfach als Kirsche auf der Torte zu nehmen. Nach dieser schwierigen Saison wollte ich einfach einen Tag lang das Beste aus mir herausholen, ohne mir zu viel Druck zu machen. Dass es am Ende für den 4. Platz und eine solche Leistung gereicht hat, ist für mich eine riesige Überraschung und eine grosse Freude.» 

Bereits vor zwei Jahren hatte Paglia an der Ironman-Welt­meister­schaft mit einem starken Top-10-Ergebnis in ihrer Altersklasse überzeugt. Mit dem erneuten Spitzenresultat in Nizza konnte sie nun eindrücklich an diese Leistung anknüpfen. Der Erfolg zeigt, dass sich Geduld, Durchhaltevermögen und die konsequente Arbeit während der verletzungsbeding­ten Trainingspause gelohnt haben. Besonders wichtig ist Paglia auch die Unterstützung aus ihrer Wahlheimat. Als Athletin mit Lebensmittelpunkt in St. Moritz und Mitinitiantin des neu gegründeten TRT St. Moritz möchte sie den Namen ihrer Wahlheimat weiter­hin auf die internationale Triathlonbühne tragen. Der Verein soll den ambitionierten Triathlonsport in St. Moritz fördern und langfristig ein Racing-Team aufbauen, das die Region auch bei internationalen Wettkämpfen repräsen­tiert. «Ich möchte mich ganz herzlich bei allen meinen Unterstützern, Freunden und meiner Familie im Tal bedanken. Die Unterstützung bedeutet mir unglaublich viel. Ein solcher Erfolg ist nie eine Einzelleistung. Ich bin sehr dankbar, dass ich auf so viele Menschen zählen darf.»

Und auch wenn die Weltmeister­schaft in Nizza ein grosser Höhepunkt war, denkt Paglia noch nicht unbedingt an das Saisonende. Nach diesem gelungenen Rennen darf man gespannt sein, was die nächsten Wochen noch bringen. Vielleicht ist die Saison 2026 für die St. Moritzerin ja noch nicht vorbei. 

Autor: Eingesandt
Fotos: Finisherpix / Jenni Paglia