Sie sind nicht nur häufiger selbst von einer Demenzerkran­kung betroffen, vielmehr übernehmen Frauen auch einen grossen Teil der Betreuung und Pflege von Angehö­rigen. Darauf macht Alzheimer Schweiz anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags vom 21. September aufmerksam.

Dass Frauen häufiger an Demenz erkranken, lässt sich laut Alzheimer Schweiz nicht allein durch ihre höhere Lebenserwartung erklären. Neben biologischen und gesundheitlichen Faktoren können auch die Lebensumstände eine Rolle spielen. Dazu gehören etwa Bildungsbiografien, Care-Arbeit, chronischer Stress, Herz-Kreislauf-Erkran­kungen oder finanzielle Ungleichhei­ten. Viele dieser Faktoren wirken über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Nach heutigem Wissensstand gelten rund 45 Prozent der bekannten Risikofaktoren für Demenz als beeinflussbar. Ausreichend Bewegung, soziale Kontakte, gutes Hören, ein gesunder Lebensstil sowie die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können dazu beitragen, das Risiko zu senken oder den Krankheitsbeginn hinauszuzögern. Alzheimer Schweiz spricht sich deshalb für eine stärkere Prävention und Früherkennung aus.

Gleichzeitig weist die Organisation auf die Belastung pflegender Ange­höriger hin. Zwar übernehmen zunehmend auch Männer die Betreuung ihrer Partnerinnen oder Eltern, dennoch leisten Frauen in der Schweiz weiterhin deutlich mehr Haus- und Betreuungsarbeit. Alzheimer Schweiz sieht deshalb auch bei der Vereinbarkeit von Betreuung und Erwerbsarbeit Handlungsbedarf. Jährlich kommen in der Schweiz laut Alzheimer Schweiz mehr als 35 800 Demenzerkrankungen hinzu. Im Durchschnitt sind pro erkrankter Person zusätzlich ein bis drei Angehörige unmittelbar mitbetroffen. Die jährlichen Kosten von Demenz­erkran­kun­gen werden auf rund 11,8 Milliarden Franken geschätzt. Davon entfallen rund 5,5 Milliarden Franken auf unbezahlte Betreuungs- und Pflegeleistun­gen von Angehörigen, unter denen Frauen überdurchschnittlich vertreten sind. Zum Welt-Alzheimer-Tag fordert Alzheimer Schweiz unter anderem eine bessere Entlastung pflegender Ange­höriger sowie eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit Demenz in der ganzen Schweiz.

Medienmitteilung: Alzheimer Schweiz
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