Neuer, bezahlbarer Wohnraum wird im Engadin dringend benötigt. Darüber sind sich alle einig. An Projekten mangelt es nicht, doch viele davon sind wegen Einsprachen blockiert. So hat eine Umfrage dieser Zeitung im vergan­genen Frühjahr ergeben, dass allein im Oberengadin rund 230 geplante Erstwohnungen betroffen sind, bei einer angenommenen durchschnittlichen Bruttogeschossfläche (BGF) von 100 m². Darunter befinden sich auch grössere Vorhaben wie beispielsweise die Überbauung Foppas Ost in Silvaplana – fünf Wohnhäuser mit 50 Wohnungen sowie ein Hotel mit 200 Betten. Die Gemeinde wartet seit zwei Jahren auf einen Entscheid des Obergerichts. 

Erfreuliche Nachrichten kommen hingegen aus der Gemeinde Samedan. Dort konnten Einsprachen gegen das grösste Erstwohnungsprojekt der Region einvernehmlich beigelegt werden. Für die Neuauflage des Projekts mit 70 Erstwohnungen sind keine Einspra­chen mehr eingegangen, sodass die Bürgergemeinde voraussichtlich bald die rechtskräftige Baubewilligung von der Gemeinde erhalten wird. Das freut Claudia Nievergelt, Vizepräsidentin der Bürgergemeinde. Bereits im kommen­den Frühjahr sollen die Bauarbeiten starten, und bei optimalem Verlauf könnten die ersten Wohnungen 2029 bezugsbereit sein. Geplant sind ausschliesslich Erstwohnungen zur Kostenmiete. Indem sich die Mietpreise an den tatsächlichen Kosten einer Liegenschaft orientieren und auf einen übermässigen Gewinn verzichtet wird, soll preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden.

In Samedan sind zwei weitere Projekte für Erstwohnungen in Planung. Eines ist durch Einsprachen blockiert, das andere wurde von der Gemeinde abgelehnt. Das angepasste Baugesuch soll in den nächsten Wochen eingereicht werden. Auch in der Nachbargemeinde Celerina ist weiterhin Geduld gefragt. Die ganze Geschichte gibt es in der EP/PL vom 29. Oktober.

Autor: Reto Stifel
Foto: Andrea Gutgsell