Das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden (AJF) hat den dritten «Quartalsbericht Grossraubtiere» veröffentlicht. Per 30. September betrug der offizielle Wolfsbestand in Graubünden rein rechnerisch 16,5 Rudel. 14 Rudel leben ausschliesslich innerhalb des Kantons. Fünf weitere Rudel nutzen Territorien, die über die Kantonsgrenze hinausreichen, und werden deshalb statistisch jeweils als halbes Rudel gezählt. Insgesamt sind somit 19 Wolfsrudel ganz oder teilweise in Graubünden präsent.
Insgesamt 17 Wölfe erlegt
Gemäss dem Wolfsmonitoring für den Monat September gab es 88 bestätigte Welpen im Kanton. In Südbünden bei den Rudeln Agnas Madlain, Chavalatsch jeweils sechs Welpen, beim Rudel Giarsinom drei Welpen und beim Rudel Combul sieben Welpen. Beim Wolfsrudel Agnas wurden bereits zwei Wölfe geschossen, beim Rudel Combul ebenfalls. Bei den anderen Wolfsrudeln in Südbünden wurden Abschussverfügungen bewilligt.
Insgesamt wurden bis Ende September 17 Wölfe im Kanton erlegt. In Scuol gab es ein totes Tier wegen «mutmasslicher innerartlicher Aggression» und in Bever wegen eines Verkehrsunfalls. 2026 wurden insgesamt 122 Schafe/Ziegen gerissen und sechs Stück Grossvieh.
Bärennachweise im Unterengadin
Im dritten Quartal gingen 34 Bärennachweise ein. Die Nachweise stammen hauptsächlich aus den Gemeindegebieten von Zernez, Scuol und Valsot. «Gemäss aktueller Annahme haben sich zeitweise zwei verschiedene Bären auf Graubündner Boden aufgehalten, genetisch konnte jedoch nur das Individuum M104 nachgewiesen werden», heisst es im Bericht. Bestätigt wurden auch 344 Luchsnachweise im Kanton Graubünden. Davon sind 37 Nachweise von Jungtieren, wobei laut dem AJF Doppelbeobachtungen von den gleichen Jungtieren möglich sind.
Auf dem Gemeindegebiet von Trun kam es zu zwei Sichtungen eines Goldschakals. Auf dem Gemeindegebiet von Lumnezia gab es einen Fotofallennachweis, auf dem Gemeindegebiet von Maienfeld kam es zudem zu einer nicht überprüfbaren Sichtung eines Goldschakals. (fh)
Diskutieren Sie mit
Login, um Kommentar zu schreiben