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Übergabe der Flugplatzzaun-Petition an der Gemeindepräsidentenkonferenz. Foto: Jon Duschletta

Übergabe der Flugplatzzaun-Petition an der Gemeindepräsidentenkonferenz. Foto: Jon Duschletta

Flugplatzzaun - Petition eingereicht

Am Donnerstag haben die Initianten der Petition «Ja zum Flughafen, Nein zum Zaun» an der Präsidentenkonferenz der Region Maloja 2067 Unterschriften eingereicht. Uneinigkeit herrschte hinter den Kulissen vorab in der Frage, wer denn nun der richtige Empfänger der Petition sei?

Der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz, die Eigentümerin der Infrastrukturanlagen des Regionalflughafens Samedan INFRA oder doch die Flughafenkonferenz? Die Meinungen, an wen die 787 online und die 1280 auf Papier gesammelten Unterschriften gegen die angedachte Umzäunung des Flugplatzareals in Samedan adressiert werden sollen, sind geteilt.
Entsprechend demonstrativ desinteressiert gab sich der Pontresiner Gemeindepräsident und Vorsitzender der Präsidentenkonferenz, Martin Aebli, am Donnerstag in St. Moritz während der Übergabe der Petitionsbögen durch Mitinitiant Hansjörg Hosch, seinerseits Präsident des Forum Engadin. Dieses hatte, zusammen mit der Stiftung Terrafina Oberengadin, Pro Natura, WWF und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL-FP, im Februar eine Petition angestossen, die sich explizit für den Regionalflugplatz Samedan, aber resolut gegen die aus Sicherheitsgründen geplante Umzäunung des Areals richtet (siehe Beiträge in der EP/PL vom 11. Februar, 12. März und 7. April).

2000 Unterschriften trotz Corona
Weil die politische Struktur der Region Maloja das Instrument der Petition so nicht vorsieht, konnten die Initianten ihrerseits etwas laschere Regeln anwenden. Trotzdem wurden, und das mitten in den Coronawirren, in nur zwei Monaten 2067 Unterschriften gesammelt. 787 online, davon 306 von Erst- und 481 von Zweitheimischen sowie 1280 traditionell auf Papier, davon 991 von Erst- und 289 von Zweitheimischen. Ein bemerkenswertes Resultat auch gemäss Christian Meuli, Gemeindepräsident von Sils, Präsident der strategischen Verwaltungskommission INFRA Regionalflughafen Samedan und Betreiber der Internetseite www.engiadinota.ch, der Plattform für interkommunale Zusammenarbeit im Oberengadin. Wie schon Martin Aebli unmittelbar nach der Übergabe der Petition und hinter vorgehaltener Hand, sagte im Anschluss an den öffentlichen Teil der Präsidentenkonferenz auch Christian Meuli, auch er sei eigentlich nicht die richtige Empfängerperson.
Mitinitiant Hansjörg Hosch gibt beiden Politikern Recht: «Die richtige Instanz wäre eigentlich die Flughafenkonferenz, allerdings sitzen in dieser fast die gleichen Leute», so Hosch, der kritisch anfügt, «wenn die Konferenz denn überhaupt einmal tagt». Laut Meulis erwähnter Internetseite hat die Flughafenkonferenz am 27. November letzten Jahres getagt. Als Vorsitzender ist noch bis Ende 2021 der St. Moritzer Unternehmer, FDP-Grossrat und Gemeinde-Vorstandsmitglied Michael Pfäffli gewählt. Ebenfalls im elfköpfigen Gremium mit dabei ist Martin Aebli. Die Flughafenkonferenz ist die politische Ebene der INFRA und ist gemäss Statuten unter anderem für die Wahl der Verwaltungskommission, für Grundstückgeschäfte oder Kreditaufnahmen zuständig.

Stimmen der Bevölkerung gehört
Auch wenn der Gemeindeverbund der Region Maloja die eingereichte Petition nicht weiterbehandeln muss, anerkennt Christian Meuli die öffentliche Meinung: «Obschon die Petition politisch nicht bindend ist, muss man den Stimmen aus der Bevölkerung natürlich zuhören und auch schauen, dass man die Anliegen der Gegner einer Umzäunung mit in die weiteren Überlegungen einbezieht.» Meuli betont, dass die Gemeinden in der Zaunfrage aber wenig Mitsprache hätten, der Bundesrat über ein allfälliges Baugesuch entscheiden würde und die Frage, ob der Regionalflugplatz dank einem Zaun mit erhöhter Sicherheit oder ohne Zaun weiterhin mit dem Risiko eines Personenunfalls und damit verbunden, mit einer temporären Schliessung des Flugplatzes, weiterarbeiten müsse, durch und durch ideologisch sei.
Hansjörg Hosch und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter werden die weiteren Wege ihrer Petition genau mitverfolgen. Immerhin geht es bei ihrem Kampf gegen den Zaun «primär um die direkte Beeinträchtigung der Landschaftsästhetik der Flugplatzebene» und um die Befürchtung, ein Zaun würde den Verkehr privater Jets begünstigen und damit indirekt der Bevölkerung und dessen Lebensraum schaden.

Autor und Foto: Jon Duschletta


1 Kommentar

1000/1000
Fortunat am 13.06.2020, 13:47
Bauen wir den Flughafen endlich aus, sonst bleiben wir hier oben völlig abgehängt. Zweitwohnungen bauen geht zum Glück nicht mehr und jetzt muss das Engadin auf andere Ideen kommen. Ohne eine Anbindung via Flughafen geht das nicht. Wir brauchen Linienflüge nach Zürich, Milano, Paris, Berlin, London. Sonst vergreisen und verarmen wir! Das alte Business ist tot; auch tot gebaut worden. Fangen wir Mal mit dem Ausbau an - der Zaun kommt dann spaeter... Celerina z.B. weiss nicht wohin mit den vielen Millionen, die die Gemeinde jedes Jahr via Zweitwohnungen einnimmt. Darum kommen sie auf so absurde Ideen, wie jetzt diese "Diagonela". Übernehmen wir die Bergbahnen, senken wir die Ticketpreise (Provuler völlig gratis) und finanzieren den Flughafen. Eine Gemeinde darf keine Gewinne machen, das ist kein Business. Dann kommt das Engadin wieder, ganz sicher!
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