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Foto: Filip Zuan/Engadin St. Moritz Tourismus

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Schweizer Hotellerie: düstere Winteraussichten

Gemäss einer Branchenumfrage von Hotelleriesuisse ist die Prognose für den Winter aufgrund der Corona-Pandemie düster. Die Lage verschärfe sich schweizweit und die Konkurswahrscheinlichkeit sei hoch. Der Sommer ist für zwei Drittel der Betriebe schlechter verlaufen.

Der Verband hat vom 30. September bis 4. Oktober seine Mitglieder zur aktuellen Lage befragt. Schnelltests statt Quarantäne, eine Harmonisierung der Reiseregelungen und gezielte Unterstützungsmassnahmen sind demnach momentan die primären Forderungen der Hotelbetriebe.
Die Sommersaison sei für 66 Prozent der Betriebe schweizweit deutlich schlechter als im Vorjahr verlaufen, schreibt der Branchenverband. Obwohl in den ländlich-alpinen Gebieten mehr Schweizerinnen und Schweizer Ferien gemacht hätten, seien teils massive Einbussen verzeichnet worden. Vor allem Betrieben im Berner Oberland und im Wallis hätten die internationalen Gäste gefehlt.
In den kommenden Monaten erwarten die Hotelbetriebe gemäss der Umfrage klar tiefere Auslastungszahlen sowie grosse Umsatzeinbussen. So rechnen schweizweit 70 Prozent der Betriebe mit einer schlechteren Wintersaison als im Vorjahr.
«Besonders alarmierend» seien die Einschätzungen aus den städtischen Gebieten, heisst es in der Medienmitteilung. 90 Prozent der Befragten in den städtischen Gebieten sähen eine deutliche Verschlechterung der Lage. In den Ferienregionen rechneten 57 Prozent mit einem negativeren Verlauf der Wintersaison.

«Erholung massiv ausgebremst»
Als besondere Herausforderung sehen die Befragten die uneinheitlichen Reiseregelungen in Europa. Derzeit werde die Erholung der Reisetätigkeit «massiv ausgebremst». 63 Prozent der Befragten befürworten eine Harmonisierung. Weiter wünschen sich 61 Prozent eine schnelle Zulassung von Schnelltests und die Anpassung der Quarantäneregelungen. Hotelleriesuisse fordert den Bundesrat auf, hier zu handeln. Die derzeitigen Regeln gefährdeten die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, was die Gefahr für unnötige Betriebsschliessungen erhöhe. Oft würden ganze Teams von Mitarbeitenden unter Quarantäne gestellt. Zudem würden Reisende abgeschreckt, in die Schweiz zu kommen.
Aufgrund der coronabedingten Liquiditätsprobleme würden zwei Drittel der Hotelbetriebe (67 Prozent) ihre geplanten Investitionen in den nächsten sechs Monaten verschieben. Damit griffen deutlich mehr Betriebe zu dieser Massnahme als noch in der Juni-Umfrage (55 Prozent). Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) würden in den kommenden Monaten Kündigungen aussprechen müssen.
Die Quote sei vor allem in den Städten hoch (59 Prozent). Somit bleibe die Situation auf dem Arbeitsmarkt besorgniserregend. Die Möglichkeit der Kurzarbeit bleibe deshalb auch in den kommenden Monaten eine wichtige Stütze im Kampf gegen Massenarbeitslosigkeit im Gastgewerbe.

Vom Konkurs bedroht
Aufgrund der deutlich getrübten Aussichten schätzt die Hotellerie die Konkurswahrscheinlichkeit wieder höher ein. Während im Juni drei Prozent der Hotelbetriebe eine Konkurswahrscheinlichkeit von 60 Prozent und mehr angegeben hatten, rechnen nun sechs Prozent mit einem solch hohen Konkursrisiko.
Dabei seien vor allem städtische Betriebe betroffen: Die Konkurswahrscheinlichkeit von 60 Prozent und mehr bedrohe 12 Prozent der Betriebe in der Stadthotellerie, vor allem in Zürich und Genf. Allein auf die gesamte Stadthotellerie hochgerechnet seien aktuell rund 142 Betriebe konkursbedroht. Hotelleriesuisse fordert mit Nachdruck einen zeitnahen Rückzahlungserlass einfacher Covid-Kredite in Härtefällen sowie einen Nullzinssatz während der gesamten Laufzeit.

Autor: (sda)

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