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Foto: Daniel Zaugg

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40 Prozent weniger Transportumsatz

Im Januar haben die Bündner Bergbahnunternehmen wegen der Coronarestriktionen im Vergleich zum Vorjahr 40 Prozent Transportumsatz verloren. Das Offenhalten der Skigebiete verhindere den Totalschaden der Bündner Tourismuswirtschaft, teilt Bergbahnen Graubünden in ihrem neuesten Monitoring mit.

Ende Dezember 2020 betrug der kumulierte Rückgang beim Transportumsatz im Vergleich zum Vorjahr gemäss dem Monitor von Bergbahnen Graubünden (BBGR), der Branchenorganisation der Bündner Bergbahnen, noch 22,8 Prozent. Mit den 39,4 Prozent des Januars erhöhte sich der kumulierte Verlust beim Transportumsatz auf 28,7 Prozent. Die Gästezahlen reduzierten sich im Januar um 41,4 Prozent, kumuliert über den bisherigen Winter um 31,1 Prozent. Je internationaler die Gästestruktur und je grösser die Ausrichtung auf den Aufenthaltstourismus, um so grösser fiel der Rückgang in den Regionen aus. Stark betroffen ist deshalb zum Beispiel Samnaun, dies auch aufgrund des geschlossenen Partnerskigebiets Ischgl.

Keine Hotspots
Die Bündner Skigebiete hätten sich trotz gegenteiliger Prognosen nicht zu Corona-Hotspots entwickelt, heisst es weiter im Monitoring. Die Schneesportler würden sich grossmehrheitlich sehr diszipliniert, geduldig und verständnisvoll verhalten. Die Schutzkonzepte funktionierten und würden aktuell noch durch freiwillige Massentests in den Betrieben ergänzt.
Martin Hug, Präsident von Bergbahnen Graubünden, kommentiert die Rückgänge wie folgt: «die Verkaufsbeschränkung der Tageskarten sowie die grundsätzliche Aufforderung, zuhause zu bleiben, haben das Gästeverhalten stark beeinflusst». Im Weiteren haben die Einschränkungen in der Gastronomie und das Fehlen von Aufwärmmöglichkeiten den Erlebnischarakter beeinträchtigt und so zu einer verkürzten Aufenthaltsdauer der Gäste, insbesondere der Familien, geführt. Zudem fehle das Gruppengeschäft mit Schullagern, Vereinen und Firmen. Die älteren, schneeaffinen Gäste verzichten als Risikogruppe teils sogar vollständig auf das Skivergnügen. Die internationalen Gäste bleiben aus und die mutierten Virusvarianten sorgten mit den Lockdown-Verschärfungen seit dem 13. Januar für zusätzliche Verunsicherung. Trotzdem sei die Branche sehr froh, dass sie arbeiten und ihre Leistungen anbieten dürfe.

92 Prozent im Winter
Sogar im Langzeitvergleich mit drei schneearmen Wintern (5-Jahresperiode) und in der 10-Jahresperiode mit der zweimaligen Abwertung des Frankens zeigten die Transportumsätze und die Anzahl Gäste eine klare Zäsur durch die Corona-Pandemie. In diesem Vergleich ergibt sich im Januar ein Minus beim Transportumsatz von 25,9 beziehungsweise 29,4 Prozent. Seit Saisonbeginn sind es im 5-Jahresvergleich 13,1 und im 10-Jahresvergleich 15,4 Prozent. Die Verluste seien sehr herausfordernd und würden tiefe Spuren hinterlassen. Denn die Bündner Bergbahnunternehmen erwirtschaften 92 Prozent ihres Verkehrsertrages im Winter. Damit sind 80 Prozent der Fixkosten zu decken, welche vom Frühling bis zum Winterstart anfallen. Dazu gehören der Unterhalt von Transportanlagen, Maschinen und Infrastrukturen. Die Bergbahnbranche ist mit jährlichen Investitionen von rund 120 Millionen Franken auch für das einheimische Gewerbe und dessen Arbeitsplätze von grosser Bedeutung. Ohne Entschädigung drohe der Verzicht auf Investitionen, die Konzentration auf den notwendigsten Unterhalt sowie die schmerzhafte Anpassung von Prozessen und Strukturen.

(pd)


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