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Foto: Jon Duschletta

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Viel Schnee bisher, aber noch keine Rekordmengen

Seit letztem Dezember fällt der Schnee im Engadin in Hülle und Fülle. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Winter 2020/21 die Rekordwerte früherer Jahre nicht erreicht. Bis der Winter vorbei ist, bleibt aber noch etwas Zeit.

Das aktuell warme Wetter hat in den letzten Tage dazu geführt, dass sich die Schneedecke stark gesetzt hat. Gemäss den Daten vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz betrug die Schneehöhe bei der Messstation in Sils am Dienstag 111 Zentimeter, gleichentags lagen in Scuol 80 Zentimeter. Eine historische Betrachtung zeigt, dass die maximale Schneehöhe in Sils seit Messbeginn (1859) im Jahr 1975 mit 272 Zentimeter am höchsten war, gemessen im April allerdings. In diesem Jahrtausend wurden die mächtigsten Schneedecken bereits im Februar registriert: 2001 mit 210 Zentimeter und 2009 mit 198 Zentimeter.
In Scuol wurde die maximale Schneehöhe im Jahr 1970 gemessen, mit 120 Zentimetern. Bemerkenswert: Am 16. Januar dieses Jahres zeigte die Messung 106 Zentimeter, Rang 8 in der «ewigen Bestenliste.» Spannend ist auch ein Blick auf die Neuschneemenge während einer ganzen Wintersaison. Wenig überraschend wird diese Rangliste vom Lawinenwinter 1950/51 angeführt. In Sils fielen damals 9,82 Meter Schnee, gefolgt vom Winter 1916/17 mit 9,16 Meter. Im neuen Jahrtausend waren die Winter 2000/01 (6,54), 2008/09 (6,4) und 2013/14 (5,92) sehr schneereich. In der laufenden Wintersaison sind in Sils bis jetzt kumuliert 3,53 Meter Schnee gefallen, fast so viel wie im ganzen letzten Winter.
Scuol, welches 500 Meter tiefer liegt als Sils, verzeichnete ebenfalls im Winter 1950/51 die höchste Neuschneemenge mit 5,27 Metern. Die Statistik zeigt weiter, dass es auch immer wieder sehr schneearme Winter gab. In Scuol fielen beispielsweise im Winter 2005/06 gerade einmal 21 Zentimeter Schnee, nicht viel mehr waren es 1942/43 mit 49 Zentimeter und 1963/64 mit 67 Zentimeter. Die 1940er-Jahre waren in Sils extrem schneearm: Die tiefsten Werte sind 1941/42 mit 1,28 Meter, ein Jahr später mit 1,61 Meter und 1948/49 mit 1,31 Meter registriert. Ein letzter Blick auf die maximale Neuschneemenge an einem Tag zeigt bei der Messstation Sils den 17. Januar 1871 als Rekordtag. Damals fielen innerhalb von 24 Stunden 95 Zentimeter. Zum Vergleich: Im laufenden Winter steht bis jetzt der 4. Dezember mit 46 Zentimeter an der Spitze. In Scuol fielen am 10. Januar 1995 77 Zentimeter Schnee, so viel wie noch nie seit Messbeginn. In diesem Winter sind sowohl am 5. Dezember wie auch am 13. Januar je 40 Zentimeter Schnee gefallen.

Autor: Reto Stifel

Foto: Jon Duschletta


1 Kommentar

1000/1000
Katharina von Salis am 04.02.2021, 06:34
Spannend — danke für die Zusammenstellung, den Überblick. Weil man's ja schnell vergisst, wann das war, als man letztmals wegen des Schnees nicht mehr aus dem Fenster sehen konnte. Spannend wäre auch, wenn man eine Ahnung davon hätte, wie viel Schnee jeweils herum gefahren wurde früher, und wie viel jetzt. Und wie viele Ladungen/Tonnen Schnee jeweils in die Flüsse gekippt werden, oft kurz bevor diese in einen Seen münden. Wo dann sauberer und Dreckschnee praktischerweise schnell schmelzen. Dafür werden gewaltige Mengen Diesel verbrannt. Vorher kommen in den Dörfern auch diverse moderne oder antike Schneeräummschinen zum Zuge und erleben Generationen von Baumaschinen einen Wintereinsatz: der Schnee wird verschoben, weggefräst, umgelagert, wieder weggefräst, aufgeladen und dann zwischengelagert, gelagert oder ab in den Bach. Je nach Möglichkeiten auf Gemeindegebiet, klar. Und frau überlegt, ob das alles nicht auch mit weniger Feinstaub- und CO2-Emissionen organisiert werden könnte.
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