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Foto: Marisa Locher

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Der Wolf ist im Oberengadin unterwegs

Am vergangenen Sonntag ist auf dem Gemeindegebiet von Sils ein Wolf beobachtet worden. Auf der Halbinsel Chastè wurden die Überreste eines Rehs gefunden, das von einem Wolf gerissen worden ist. Auch in weiteren Gebieten des Oberengadins wurde ein Wolf oder dessen Spuren gesichtet. 

Marisa Locher aus Sils staunte nicht schlecht, als sie am vergangenen Sonntag im Gebiet der Halbinsel Chastè unterwegs war. «Auf dem See in der Bucht habe ich Haare und Blut gesehen. Dann habe ich Spuren gesucht und das Skelett oben im Wald entdeckt», sagt sie. Zudem hat sie von anderen Leuten erfahren, dass am gleichen Tag um 9.30 Uhr auf dem Silsersee ein Wolf gesehen worden ist.

Vermehrt Wolfnachweise
Am Montagnachmittag ist der Bergeller Wildhüter Renato Roganti der Sache nachgegangen. Gefunden hat er das Skelett eines rund sechsjährigen Rehs, welches vom Wolf gerissen worden ist. Ebenso die Spuren des Wolfs und in rund 70 Metern Entfernung Reste des Rehs und Exkremente des Wolfs. Er hat eine Probe genommen und diese zur genetischen Bestimmung eingeschickt. Adrian Arquint, Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden bestätigt, dass es in den vergangenen Wochen zu vermehrten Nachweisen von Wölfen im Oberengadin gekommen ist. Das zeigt auch ein Blick auf eine Karte, welche auf der Internetseite des Amtes für Jagd und Fischerei aufgeschaltet ist. Auf dieser Karte werden sämtliche Grossraubtier-Beobachtungen (Risse, Sichtungen, Kot und Spurenfunde) erfasst, welche gemeldet worden sind. Die Erfassungen gelten als sicher oder wahrscheinlich.

Pontresina, Julier, Sils, S-chanf ...
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass im März vor allem im Bergell mehrfach ein Wolf gesichtet worden ist. Im April dann zunehmend im Oberengadin. Zuerst am 6. April im Gebiet Laviner Grand bei Pontresina, am 9. April ebenfalls eine sichere Sichtung am Julierpass. Nur einen Tag später wurde im Gebiet Corvatsch ein Wolf gesehen. Zwei Sichtungen gab es dann am vergangenen Sonntag. Eine, wie erwähnt auf dem Silsersee, die andere am Berninapass im Gebiet Berninahäuser/Diavolezza-Talstation. Bereits zwei Tage zuvor waren in der Val Susauna unterhalb von S-chanf Spuren, Kot und Urin gefunden worden, am 18. April dann auch verschiedene Wildtierrisse. Ob es sich beim Wolf, welcher zuerst im Bergell und dann später im Oberengadin gesichtet worden ist, um das gleiche Tier handelt, kann, so Adrian Arquint, noch nicht gesagt werden. Dafür müssen zuerst die DNA-Proben ausgewertet werden, und das kann zwischen sechs und sieben Wochen dauern.
Der Wolf war auch im Bündner Grossen Rat ein Thema. In der Fragestunde sagte der zuständige Regierungsrat Mario Cavigelli, dass die Rückkehr der Grossraubtiere im Allgemeinen und des Wolfs im Speziellen eine grosser Herausforderung für den Kanton seien. Gerade im Winter, wo die Wölfe ihren Beutetieren in tiefere Lagen folgen würden. Er merkte aber auch an, dass die Handlungsmöglichkeiten aufgrund der aktuellen Gesetzgebung beschränkt seien. Nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe wurde eine dringliche Anfrage behandelt, welche im Rahmen der zurzeit laufenden Revision zur Jagdverordnung auf eidgenössischer Ebene verschiedene Fragen aufwirft. So zum Beispiel, ob die Regierung die Auffassung teilt, dass die vorgesehene Regulierung eines Wolfrudels zu restriktiv formuliert ist.

Dem Wildhüter melden
Was aber, wenn man selbst ein Grossraubtier beobachtet oder Spuren respektive einen Kadaver findet, welcher von einem Wolf gerissen worden sein könnte? Fotos machen, ist sicher eine gute Idee, dann sollte die Beobachtung oder der Fund gemäss Adrian Arquint dem zuständigen Wildhüter gemeldet werden. Unter www.ajf.gr.ch sind die Kontaktdaten unter Jagd/Jagdbezirke zu finden.

Autor: Reto Stifel

Foto: Marisa Locher


8 Kommentare

1000/1000
Marco Salis am 22.04.2021, 18:59
Kein schönes Bild! Das ist nur die Spitze des Eisberges. Es ist bereits fünf nach zwölf und höchste Zeit zu reagieren!!
Roger Tanner am 22.04.2021, 21:34
Reagieren auf was?
Marco Salis am 23.04.2021, 11:57
Auf eine vertretbare Regulierung des bereits jetzt zu hohem Bestand der Wölfe und deren sehr raschen Vermehrung.
Sepp Forbes am 23.04.2021, 12:01
Kennt Ihr die drei "Sch" ?
Antwort: schießen, schaufeln, schweigen
Sepp Forbes am 23.04.2021, 22:39
Ergänzung: Bei dem hohen Wildbestand in Graubünden braucht sich niemand über den sehr schnell wachsenden Wolfsbestand wundern. Viel Beutewild bietet für Wolfsrudel bestes Wachstumspotential. Es werden sich auch im Albulatal, im Unterengadin, im Oberegadin, im Bergell und auch im Puschlav bald Wolfsrudel bilden.
(ich bin Jäger und seit 50 Jahren Ferienengadiner; aber im Engadin jage ich nicht, dort beobachte ich ausschließlich)
Marcus Rocca am 26.04.2021, 22:54
Es sind vier "sch"! Schwedische Gardinen..
Hans Wegmann am 25.04.2021, 13:49
Es ist der Zeitpunkt gekommen, dass sich das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden überlegen muss, wie es mit der Wolfpopulation im Kantonsgebiet weiter gehen soll. Der grosse Wildbestand bildet die Nahrungsgundlage für weitere Wolfsrudel. Was passiert, wenn plötzlich ein Mensch von einem Wolf angegriffen wird? Der Wolf ist ein scheues Tier. Wie reagiert er, wenn er junge Wölfe schützen will oder sich verteidigen muss? Die Politik auf allen Stufen soll aktiv werden um das Problem Wölfe in der Schweiz in den Griff zu bekommen.
Manuel Kessler am 27.04.2021, 06:15
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