Die EP/PL hat in der Ausgabe vom 9. Februar unter dem Titel «Opposition gegen mögliches Kraftwerk in der Val Roseg» über die Aufweichung des Schutzes von Biotopen berichtet, welcher aktuell in Bundesbern Thema ist. Die Redaktorin Stefanie Wick Widmer hat eine Gruppe von Umweltschützern rund um die Geschäftsleiterin des WWF-Graubünden, Anita Mazzetta, auf einer Sensibilisierungstour in die Val Roseg und zum Gletschervorfeld Lej da Vadret begleitet und darüber berichtet.

 

Am 13. Februar veröffentlichte die Gemeinde Samedan ihren aktuellen Gemeindebericht und legte ihren Standpunkt dar.

Auszug aus dem Gemeindebericht:

Spekulationen um ein Wasserkraftwerk in der Val Roseg: Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) hat letzten Herbst die Vorlage zur Anpassung des Energiegesetzes und des Stromversorgungsgesetzes angenommen und ein klares Zeichen zugunsten eines schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien im Inland gesetzt. Wo nötig, soll diesem Ausbau auch Priorität gegenüber anderen Interessen wie beispielsweise dem Umwelt- und Landschaftsschutz eingeräumt werden. Die nationalen Interessen würden neu gegenüber den lokalen und regionalen Interessen vorgehen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden in der Vorbereitung eines Runden Tisches im Auftrag des Bundes 15 priorisierte Projekte für neue Wasserkraftwerke aufgelistet und provisorisch festgesetzt. Falls das eine oder andere dieser Projekte nicht realisiert werden kann, sollen gemäss einer zweiten Liste ersatzweise weitere Projekte ins Auge gefasst werden. 

Die Gemeinde Samedan wurde daraufhin von Schutzorganisationen mit dem Hinweis kontaktiert, dass auf dieser «Reserve-Liste» als eines der grössten und energietechnisch interessantesten Projekte das Vorhaben «Lej da Vadret» in der Val Roseg aufgeführt sei. Der Gemeindevorstand hatte bislang keine Kenntnis, dass das Gebiet «Lej da Vadret» in Bern Gegenstand von Überlegungen für ein Kraftwerkprojekt sein soll. Nachdem zunehmend Gerüchte und Spekulationen über ein solches Vorhaben entstanden sind, hat sich die Gemeinde proaktiv um Fakten aus erster Hand bemüht – namentlich beim eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dessen Vorsteher Bundesrat Albert Rösti. Konkret wollte man vom UVEK bestätigt haben, ob das Gletschervorfeld «Lej da Vadret» für die Realisierung eines neuen Wasserkraftprojektes zur Diskussion steht. 

Dies wurde vom UVEK klar dementiert. Im Rahmen des Runden Tisches, so das UVEK, sollten die energetisch meistversprechenden Projekte identifiziert werden, die gleichzeitig mit möglichst geringen Auswirkungen auf Natur und Landschaft umgesetzt werden können. 33 Wasserkraftprojekte wurden nach diesen Kriterien bewertet. Aus dieser Bewertung resultierten 15 Projekte, zu welchen der Runde Tisch weitere Abklärungen vorschlägt. Das Gebiet «Lej da Vadret» figuriert weder auf der Liste des Runden Tisches noch gehört es zu den 33 erwähnten Projekten. Dem Bund sind zudem keine Planungsabsichten eines Energiekonzerns in der Val Roseg bekannt. (Gemeinde Samedan/Pre)

Autor und Foto: Jon Duschletta