Die Nachfrage nach journalistischen Nachrichten in der Schweiz dürfte langfristig weiter abnehmen und sich zunehmend fragmentieren. Zu diesem Schluss kommt die Studie «Mediennutzung 2035 – Studie zur Zukunft der Informationsmedien», die das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich im Auftrag des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM) erarbeitet hat. Analysiert wurden internationale Entwicklungen, aktuelle Nutzungsdaten sowie Einschätzungen von Expertinnen und Experten. 

Digitale Kanäle dominieren bereits heute die Informationsnutzung – ein Trend, der sich weiter verstärken wird. Besonders Plattformen und KI-Chat­bots gewinnen als Zugangswege zu Nachrichten rasch an Bedeutung. Damit verbunden sind sogenannte Zero-Click-Effekte: Journalistischer Inhalt wird genutzt, ohne dass Medienhäuser dafür Reichweite oder Erlöse erzielen. Laut fög-Direktor Mark Eisenegger reicht unter diesen Bedingungen eine rein marktwirtschaft­liche Finanzie­rung des Journalismus nicht mehr aus. Die Studie unterstreicht deshalb die Notwendigkeit einer wirksamen und zukunftsgerich­teten Medien­förde­rung. Diese sei zentral, um journalistische Qualität, Vielfalt und insbeson­dere die regionale Berichterstattung langfristig zu sichern. 

Ebenso wichtig sei ein besserer Schutz des geistigen Eigentums, da journalistische Inhalte zunehmend kommerziell verwertet würden, ohne dass eine angemessene Entschädi­g­ung erfolge. Ein besonderes Augenmerk legt die Studie auf die Rolle von KI-Anbietern. Digitale Plattformen und KI-Bots nutzten journalistische Leistungen systematisch, heisst es, ohne diese zu vergüten. Der VSM fordert deshalb Abgeltungsmo­delle für die Nutzung journalistischer Inhalte durch KI. Unterstützung erhält dieses Anliegen durch eine von Natio­nal- und Ständerat angenommene Motion, die entsprechende Grundlagen schaffen soll. 

Trotz aller Herausfor­derungen bleibt das Vertrauen in professionellen Journalismus weiterhin hoch – und dürfte sich im Vergleich zu digitalen Plattformen sogar weiter akzentuieren. Dieses Vertrauen wird als zentrale Voraussetzung für eine funktionierende demokratische Öffentlichkeit bezeichnet. Ein weiterer Schlüssel liegt laut Studie in der Medienkompetenz: Wer medien­kompe­tent ist, nutzt Nachrichten häufiger und ist eher bereit, für journalistische Angebote zu bezahlen. Die Förderung der Medienkompetenz wird daher als langfristige Investition in Demokratie und Öffentlichkeit verstan­den und soll für den VSM in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt bleiben.

Medienmitteilung: Verband Schweizer Medien
Foto: Daniel Zaugg