Polo zählt zu den ältesten Mannschaftssportarten der Welt. Gespielt wird zu Pferd, mit einem langen Holzschläger und einem Ball. Zwei Teams mit je vier Spielern versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu schlagen. Während klassisches Polo auf Rasen ausgetragen wird, hat sich in St. Moritz seit 1985 eine eigenständige Variante etabliert: Polo auf Schnee und Eis. Der Untergrund beeinflusst das Spiel wesentlich. Snow Polo ist kompakter und etwas weniger schnell, da Ball und Pferde im Schnee weniger Tempo aufnehmen. Gespielt wird auf einem kleineren Feld, der Ball ist grösser und weicher, damit er gut sichtbar bleibt. Die Pferde tragen spezielle Hufeisen mit zusätz­lichem Grip. Gefordert sind Balance, Technik und präzises Zusammenspiel.

Strenge Regeln und Safety First
Ein Match besteht aus mehreren sogenannten Chukkers, kurzen Spielabschnitten von rund sieben Minuten. Pro Spieler kommen während eines Spiels mehrere Pferde zum Einsatz. Eine zentrale Rolle spielt die Sicherheit: Massgebend ist die «Line of Ball», eine gedachte Linie in Bewegungsrichtung des Balls, die von den Spielern nicht gekreuzt werden darf. Verstösse werden konsequent geahndet. Trotz seines exklusiven Images gilt Polo als stark reglementierter Sport, der Fairness und Disziplin voraussetzt. Die Rollen im Team sind klar verteilt – von defensiv orientierten Spielern bis hin zu offensiven Akteuren.

Blick auf die diesjährige Ausgabe
Am kommenden Wochenende steht auf dem zugefrorenen St. Moritzersee die 41. Austragung des Snow Polo World Cup an. Dank anhaltend tiefer Temperaturen präsentieren sich Eis und Schnee laut den Verantwortlichen der See-Infra in sehr gutem Zustand. Gespielt wird auf einem rund 200 mal 100 Meter grossen Feld. Erwartet werden internationale Teams mit erfahrenen Spielern, die teils seit Jahren in St. Moritz antreten. Konkrete Favoriten lassen sich im Vorfeld kaum benennen, da sich die Bedingungen auf Schnee von Spiel zu Spiel unterscheiden können. Der Anlass zieht jeweils ein breites Publikum an – von Einheimischen bis zu internationalen Gästen. Traditionell ist der Zugang zum Polofeld am Freitag frei, während an den beiden Turniertagen am Wochenende ein grosses Zuschaueraufkommen erwartet wird. Wer sich die Spiele nicht vor Ort anschauen kann, hat auch in diesem Jahr die Möglichkeit, sich diese via Livestream anzusehen.

Ein fester Bestandteil des Winters
Auch nach vierzig Jahren hat das Snow Polo in St. Moritz nichts von seiner Eigenständigkeit verloren. Der Sport verbindet Tradition mit alpinen Bedingungen und bleibt damit eine Besonderheit im internationalen Polokalender – nicht neu, aber weiterhin unverwechselbar.

Polo-ABC
Sie wollen Mitreden beim Besuch des Snow Polo Weltcups in St. Moritz? Hier die wichtigsten Begriffe rund um den Polo-Sport, kurz erklärt:
Ball
Beim Snow Polo grösser und weicher als beim Rasenpolo, damit er im Schnee sichtbar bleibt.
Chukker
Ein Spielabschnitt von rund sieben Minuten. Ein Match besteht aus mehreren Chukkers.
Handicap
Offizielle Spielstärke eines Spielers (−2 bis +10).
Die Summe bestimmt die Teamstärke.
Line of Ball
Zentrales Sicherheitsprinzip: gedachte Bewegungsrichtung des Balls, die nicht gekreuzt werden darf.

Falls Sie nicht vor Ort sein können, aber die Spiele trotzdem mitverfolgen möchten, können Sie das hier via Livestream machen.

Autorin: Sina Margadant
Foto: Snow Polo World Cup