«Das Pfingstlager hat eine lange Tradition: Es wird jedes Jahr an einem anderen Ort organisiert», erklärt Loredana Tschenett, Co-Präsidentin von Battasendas Grischun, gegenüber Keystone-ATS. «Dieses Jahr lautete das Thema ‹Weltraum und Ausserirdische›, der Ablauf blieb aber wie gewohnt. Freitag: Aufbau und Abendspiele, Samstag: der grosse Fähnlilauf für alle Einheiten und der Abschlussabend, Sonntag: gemeinsames Programm und Abbau.» Eine zweite Veranstaltung, die für die Jüngsten gedacht ist, fand am vergangenen Wochenende ebenfalls am Ufer des Poschiavo-Sees statt.

Brücke zwischen den Sprachen 
Für die kantonale Organisation war die Entscheidung, die Veranstaltung dem Verein Poschiavina Esploratori (APE) anzuvertrauen, eine wertvolle Gelegenheit. «Aufgrund der geografischen Entfernung und der unterschiedlichen Sprache ist es nicht selbstverständlich, dass die Region Poschiavo aktiv am kantonalen Vereinsleben teilnimmt», bemerkt Tschenett. Alle deutschspra­chigen Sektionen in ihre Region einzuladen, fördere den Austausch und das gemeinsame Erlebnis: «Das ist ein Mehrwert für die gesamte Bewegung.»
Wie Battasendas Grischun betont, spielen die lokalen Akteure eine entscheidende Rolle bei der Organisation von Veranstaltungen dieser Grössenordnung. «Es gibt einen zweispra­chigen Leitfaden für das Pfingstlager, und der kantonale Verantwortliche steht für Beratungen zur Verfügung», erklärt die Co-Präsidentin. Die Verantwortung für das Programm werde geteilt: Jede Sektion bereitet mindestens einen Posten vor und kümmert sich um ihre eigene Küche. Für die lokale Organisation bleibt dennoch ein erheblicher Aufwand. «Es ist der APE hoch anzurechnen, dass sie eine Veranstal­tung von hoher Qualität auf die Beine gestellt hat.»

Rekrutierung - die Herausforderung 
Der Generationswechsel stellt eine übergreifende Herausforderung für die Freiwilligenarbeit dar. «Viele junge Erwachsene verlassen die Täler, um eine Ausbildung zu absolvieren oder zu studieren», sagt Tschenett. Von jemandem, der in Zürich oder Bern lebt, zu verlangen, für eine Samstagsaktivität nach Poschiavo, Scuol oder St. Moritz zurückzukehren, erfordere ein hohes Mass an Engagement. Die Suche nach Nachfolgern für kantonale Führungspositionen leidet unter dieser Situation.
Battasendas Grischun setzt an mehreren Fronten an. «Wir bauen schon von Kindheit an eine starke emotionale Bindung auf: Bedeutungsvolle Erlebnisse in jungen Jahren wecken oft den Wunsch, diese als Erwachsene weiterzugeben», erklärt Tschenett. Von grundlegender Bedeutung sind die Ausbildungskurse, die zur Leitung von Lagern befähigen und ein Netzwerk unter Gleichaltrigen schaffen, sowie die kantonalen Treffen für Pios (14–16 Jahre) und Leiter, die den Zusammenhalt und die Motivation stärken. «Die erworbenen Kompetenzen – Organisation, Kommunikation, Führungsqualitäten – lassen sich im beruflichen und privaten Leben nutzen. Das Engagement kann mit Benevol-Zertifikaten bescheinigt werden, was einen konkreten Anreiz darstellt».

Natur und Digitales 
Wie lässt sich die Pfadfinderbewegung mit einer digitalisierten Generation vereinbaren? «Gerade weil die Welt immer vernetzter ist, wird das Anbieten von ‚wesentlichen‘ Momenten – draussen sein, mit Holz arbeiten, am Lagerfeuer singen – zu einer Bereicherung», sagt Tschenett. In diesen Kontexten tete das Handy in den Hintergrund. Gleichzeitig lehnt die Pfadibewegung das Digitale nicht ab: Sie nutzen Apps wie swisstopo zur Orientierung, digitale Tools zur Planung und vermitteln einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten.
Das pädagogische Herzstück der Pfadfinderbewegung bleibt das sogenannte Learning by doing. «Die Jugendlichen übernehmen früh Verantwortung, treffen Entscheidungen und lernen daraus», betont Tschenett. Sie arbeiten im Team, lösen Konflikte, entwickeln Resilienz und Umweltbewusstsein. «Das sind Kompetenzen, die auf die heutige Gesellschaft vorbereiten».
Für die nächsten Jahre strebt Battasendas Grischun an, das stabile Niveau bei den Mitgliederzahlen zu halten», «Die Priorität liegt darauf, die Pafadileiter zu halten: Sie langfristig zu motivieren und zu unterstützen, ist entscheidend, um die Qualität des Bildungsangebots zu gewährleisten» so Tschenett. 

Medienmitteilung: Keystone-SDA
Fotos: Battasendas Capricorn Engiadina Bassa