Wir erwarteten ein Kind. Stephanie war im vierten Monat schwanger und wir waren überglücklich. Die Suche nach einer geeigneten Lodge oder einer anderen Möglichkeit, als Familie in Sambia zu leben, erwies sich bald als unerreichbares Ziel. Dieser Umstand und die Schwangerschaft meiner Frau veranlassten uns, die Pläne zu ändern und unser Leben in der Schweiz aufzubauen. Die Gesundheitsversorgung in der Schweiz ist sehr viel fortschrittlicher als in Sambia. Stephanie wollte unser Kind in der Schweiz zur Welt bringen. Auch hatte sie eine gute Arbeitsstelle mit einem geregelten Einkommen.
Meine Schwiegermutter bot uns an, die erste Zeit bei ihr zu wohnen, bis wir ganz Fuss gefasst hätten, und wir waren für diese Unterstützung sehr dankbar. Stephanie flog mit ihrer Mutter einige Wochen nach unserer Hochzeit wieder zurück in die Schweiz. Vorher mussten wir aber noch in Lusaka unsere Hochzeit amtlich bestätigen lassen, und wieder hatte ich ein Besuchervisum für die Schweiz zu organisieren, denn schliesslich wollte ich bei der Geburt unseres Kindes dabei sein.
Meine Schwiegermutter bot uns an, die erste Zeit bei ihr zu wohnen, bis wir ganz Fuss gefasst hätten, und wir waren für diese Unterstützung sehr dankbar. Stephanie flog mit ihrer Mutter einige Wochen nach unserer Hochzeit wieder zurück in die Schweiz. Vorher mussten wir aber noch in Lusaka unsere Hochzeit amtlich bestätigen lassen, und wieder hatte ich ein Besuchervisum für die Schweiz zu organisieren, denn schliesslich wollte ich bei der Geburt unseres Kindes dabei sein.
Bereit, ganz unten anzufangen
Die Monate der Trennung waren nicht leicht. Meine schwangere Ehefrau in der Schweiz und ich in Sambia. Aber ich kam pünktlich zum errechneten Termin Ende Juli an und durfte das Wunder der Geburt unserer Tochter Natasha miterleben. Ich war froh und dankbar, dass wir in der Schweiz waren, denn in Sambia hätte ich bei der Geburt nicht dabei sein können. Dort gebären die Frauen ihre Kinder nicht in Anwesenheit der Ehemänner.
Wir nutzten meinen dreimonatigen Aufenthalt in der Schweiz, mir eine Arbeitsstelle zu suchen, und ich war mir nicht zu schade, eine Arbeit anzunehmen, die nicht meiner Ausbildung entsprach. Ich war bereit, ganz unten anzufangen.
Heimat ist, wo die Familie ist
Das Glück war uns hold, ich fand eine Arbeit in einem Hotel auf der Etage. Mit dem Arbeitsvertrag in der Tasche flog ich zurück nach Sambia, um dort meine Zelte abzubrechen und alles für den endgültigen Umzug in die Schweiz zu regeln. Eine gewisse Wehmut war dabei, denn ich liess meine Eltern und Geschwister und viele Freunde zurück. Sambia ist meine Heimat und wird es immer bleiben. Aber ich war willens, die Schweiz als meine zweite Heimat zu erobern. Und meine kleine Familie war dort, sie erwartete mich am Flughafen in Zürich.
Autorin: Annelise Albertin
Foto: z. Vfg / Dennis Ulayayi
Autorin: Annelise Albertin
Foto: z. Vfg / Dennis Ulayayi
Dennis Ulayayi stammt aus Sambia und lebt heute in der Val Müstair. Auf der Grundlage seiner persönlichen Notizen hat seine Schwiegermutter seine Lebensgeschichte aufgeschrieben – von der Kindheit in Sambia bis zum heutigen Leben in der Schweiz. Alle weiteren Artikel dieser Sommerserie finden Sie im Dossier «Sommerserie» auf engadinerpost.ch




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