Wenn die Nacht hereinbricht, erwachen im Engadin nicht nur die Berge und Dörfer in einem anderen Licht. Auch zahlreiche Museen und Kulturhäuser öffneten am Freitagabend ihre Türen und luden dazu ein, Kunst, Kultur und Besonderheiten der Region ausserhalb der üblichen Öffnungszeiten zu entdecken. Die Museumsnacht führte in diesem Jahr von Zuoz über Samedan und Celerina bis nach St. Moritz, Pontresina, Sils Maria und Maloja. Geboten wurden Führungen, Filme, Gespräche, Ausstellungen, Workshops, Musik und kulinarische Begegnungen.
Ein besonderer Auftakt erwartete die Besucherinnen und Besucher in Zuoz. Im Caferama, dem Erlebnisraum von Cafè Badilatti, ging es um eines der wohl bekanntesten Genussmittel der Welt: Kaffee. Unter dem Titel «Von der Bohne bis in die Tasse» wurde die Geschichte des Kaffees erzählt. Bei einer Besichtigung und einem Rundgang durch die Rösterei erhielten die Gäste Einblicke in die Verarbeitung und Röstung der Kaffeebohne. Für Engadin-Fans war dies eine Gelegenheit, eine regionale Geschichte einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.
Ebenfalls in Zuoz zeigte das Kulturarchiv Oberengadin im Planta-Turm die Ausstellung «Sommer im Engadin – reflexiuns fotograficas». In Samedan öffnete die Chesa Planta ihre Türen für drei kurze Führungen von jeweils 30 Minuten. Um 20.00, 20.45 und 21.30 Uhr konnten jeweils maximal zwölf Personen an einer Führung teilnehmen.
In der La Tuor stand unterdessen ein besonderes Material im Mittelpunkt: Pelz. Unter dem Titel «Pelz lässt niemanden kalt» fanden um 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr Kurzführungen statt. Bereits von 16.30 bis 18.30 Uhr gab es zudem eine Pelzwerkstatt unter der Leitung der Kürschnermeisterin Anja Marquard.
Ein besonderer Auftakt erwartete die Besucherinnen und Besucher in Zuoz. Im Caferama, dem Erlebnisraum von Cafè Badilatti, ging es um eines der wohl bekanntesten Genussmittel der Welt: Kaffee. Unter dem Titel «Von der Bohne bis in die Tasse» wurde die Geschichte des Kaffees erzählt. Bei einer Besichtigung und einem Rundgang durch die Rösterei erhielten die Gäste Einblicke in die Verarbeitung und Röstung der Kaffeebohne. Für Engadin-Fans war dies eine Gelegenheit, eine regionale Geschichte einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.
Ebenfalls in Zuoz zeigte das Kulturarchiv Oberengadin im Planta-Turm die Ausstellung «Sommer im Engadin – reflexiuns fotograficas». In Samedan öffnete die Chesa Planta ihre Türen für drei kurze Führungen von jeweils 30 Minuten. Um 20.00, 20.45 und 21.30 Uhr konnten jeweils maximal zwölf Personen an einer Führung teilnehmen.
In der La Tuor stand unterdessen ein besonderes Material im Mittelpunkt: Pelz. Unter dem Titel «Pelz lässt niemanden kalt» fanden um 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr Kurzführungen statt. Bereits von 16.30 bis 18.30 Uhr gab es zudem eine Pelzwerkstatt unter der Leitung der Kürschnermeisterin Anja Marquard.
Im Detail: Kunst und Ateliers
In Celerina war die Museumsnacht besonders vielfältig: Im Atelier Turo Pedretti konnten Besucherinnen und Besucher die aktuelle Ausstellung bei durchgehenden Führungen entdecken. Dazu lief der 45-minütige Film «Turo Pedretti, ein grosser Maler des Engadins» von Roy Oppenheim, ein Apéro ergänzte den Besuch. Pedretti, der von 1896 bis 1964 lebte, gilt als bedeutender Maler des Engadins und insbesondere als Maler der Nacht. Seine Werke sind geprägt von expressiver Farbigkeit, Licht und Schatten sowie der besonderen Atmosphäre der Engadiner Landschaft. Perspektiven, Farben und Flächen spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Atelier werden seine Gemälde regelmässig in thematischen Ausstellungen neu zusammengestellt. So erhielten die Besucherinnen und Besucher nicht nur einen Einblick in sein Werk, sondern auch in seine besondere Sicht auf das Engadin.
Nur wenige Schritte entfernt lag das Atelier von Giuliano Pedretti, dem Schweizer Bildhauer, der von 1924 bis 2012 lebte. Auch hier waren während der Museumsnacht durchgehend Führungen möglich. Ein Film von Lea Jaecklin gab Einblick in die Entwicklung seiner Arbeit. Pedrettis Skulpturen wirken teilweise wie aufgebrochene oder durchsichtige Figuren – genau diese Offenheit ist ein wichtiger Bestandteil seiner Kunst. Er beschäftigte sich intensiv mit Licht und Schatten, konkaven und konvexen Formen sowie Asymmetrie und Transparenz. Seine durchbrochenen Figuren erinnern an die romanischen «terrenzlas», schneefreie Stellen in der Engadiner Landschaft. Statt geschlossene Körper zu schaffen, liess Pedretti Zwischenräume entstehen, durch die der Blick hindurchwandern kann. Während der Museumsnacht wurden zudem die Skulpturen vor dem Hotel Cresta Palace speziell beleuchtet und setzten damit einen weiteren Akzent im nächtlichen Celerina.
Nur wenige Schritte entfernt lag das Atelier von Giuliano Pedretti, dem Schweizer Bildhauer, der von 1924 bis 2012 lebte. Auch hier waren während der Museumsnacht durchgehend Führungen möglich. Ein Film von Lea Jaecklin gab Einblick in die Entwicklung seiner Arbeit. Pedrettis Skulpturen wirken teilweise wie aufgebrochene oder durchsichtige Figuren – genau diese Offenheit ist ein wichtiger Bestandteil seiner Kunst. Er beschäftigte sich intensiv mit Licht und Schatten, konkaven und konvexen Formen sowie Asymmetrie und Transparenz. Seine durchbrochenen Figuren erinnern an die romanischen «terrenzlas», schneefreie Stellen in der Engadiner Landschaft. Statt geschlossene Körper zu schaffen, liess Pedretti Zwischenräume entstehen, durch die der Blick hindurchwandern kann. Während der Museumsnacht wurden zudem die Skulpturen vor dem Hotel Cresta Palace speziell beleuchtet und setzten damit einen weiteren Akzent im nächtlichen Celerina.
Im Detail: Bobsport
Wer sich für Geschwindigkeit, Technik und Sportgeschichte interessierte, kam im Bobmuseum Celerina auf seine Kosten. Unter dem Titel «Geschichte des Bobsports» standen sachkundige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Fragen zur Verfügung. Dabei wurde sichtbar, wie stark sich der Sport im Laufe der Jahrzehnte verändert hat und was bis heute gleich geblieben ist. Die ersten Schlitten waren noch aus Holz gefertigt und technisch deutlich einfacher als die heutigen Hightech-Bobs. Gesteuert wurde teilweise noch mit Seilzügen, bevor sich die heute übliche Steuertechnik mit Lenkseilen und einer beweglichen Vorderachse durchsetzte.
Auch die Geschichte der Bobbahn in Celerina reicht weit zurück: Bevor eine eigene Bahn entstand, fuhren die Bobs teilweise auf der Strasse. 1904 wurde schliesslich die Bobbahn gebaut, deren Verlauf sich seither vergleichsweise wenig verändert hat. Die Technik der Schlitten entwickelte sich hingegen enorm. Aus einfachen Holzmodellen wurden immer ausgefeiltere Konstruktionen mit Carbon, aerodynamischen Verkleidungen und individuell entwickelten Komponenten. Im Museum liess sich diese Entwicklung anhand verschiedener Modelle nachvollziehen.
Auch bedeutende Fahrer und Konstrukteure gehören zur Geschichte, darunter die Familie Feierabend, die den Bobsport über Jahrzehnte prägte. Vater und Sohn waren sowohl im Schlittenbau als auch als Fahrer aktiv. Interessant war zudem die Verbindung zum Skeletonsport, dessen frühe Schlitten aus einfachen Konstruktionen bestanden und an ein Skelett erinnerten. Trotz aller technischen Entwicklung blieb das Grundprinzip bis heute dasselbe: ein Schlitten, eine eisige Bahn, möglichst viel Geschwindigkeit und ein Fahrer, der im richtigen Moment die entscheidenden Bewegungen macht.
Auch die Geschichte der Bobbahn in Celerina reicht weit zurück: Bevor eine eigene Bahn entstand, fuhren die Bobs teilweise auf der Strasse. 1904 wurde schliesslich die Bobbahn gebaut, deren Verlauf sich seither vergleichsweise wenig verändert hat. Die Technik der Schlitten entwickelte sich hingegen enorm. Aus einfachen Holzmodellen wurden immer ausgefeiltere Konstruktionen mit Carbon, aerodynamischen Verkleidungen und individuell entwickelten Komponenten. Im Museum liess sich diese Entwicklung anhand verschiedener Modelle nachvollziehen.
Auch bedeutende Fahrer und Konstrukteure gehören zur Geschichte, darunter die Familie Feierabend, die den Bobsport über Jahrzehnte prägte. Vater und Sohn waren sowohl im Schlittenbau als auch als Fahrer aktiv. Interessant war zudem die Verbindung zum Skeletonsport, dessen frühe Schlitten aus einfachen Konstruktionen bestanden und an ein Skelett erinnerten. Trotz aller technischen Entwicklung blieb das Grundprinzip bis heute dasselbe: ein Schlitten, eine eisige Bahn, möglichst viel Geschwindigkeit und ein Fahrer, der im richtigen Moment die entscheidenden Bewegungen macht.
St. Moritz im Zeichen der Kultur
Auch in St. Moritz war das Programm der Museumsnacht vielfältig. Im Berry Museum stand unter anderem das Gemälde «Ritterzug Julierpass 1908» von Peter Robert Berry im Mittelpunkt. Das Frühwerk zeigt einen Reiterzug auf dem Julierpass und verbindet die alpine Landschaft mit einer beinahe mystischen Atmosphäre. Im Mili Weber Museum erwarteten die Besucherinnen und Besucher neben einem Orgelkonzert mit der Organistin und Kirchenmusikerin Jutta Kneule auch ein Blumenquiz, ein Film in der Werkstatt sowie Kaffee, Tee und Kuchen in Milis Küche. Das Museum Engiadinais zeigte die Sonderausstellung «Der kranke Berg» des Tessiner Malers Cesare Lucchini. Im Segantini Museum stand die Wassersymbolik im Werk von Giovanni Segantini im Zentrum der Sommer-Sonderausstellung. Mehrere Führungen und eine Champagner-Degustation boten zusätzliche Einblicke in das Leben und Werk des Künstlers. Wer selbst kreativ werden wollte, konnte in der Dokumentationsbibliothek Papier schöpfen. Die Papierkünstlerin Ernestina Abbühl lud Kinder und Erwachsene dazu ein, dieses traditionelle Handwerk kennenzulernen. Dabei wird ein Brei aus Wasser und Papierfasern mit einem Schöpfsieb aufgenommen und gleichmässig verteilt. Anschliessend wird das Wasser herausgepresst und das frisch geschöpfte Papier zum Trocknen ausgelegt.
Weitere Stationen
Auch Pontresina war Teil der Museumsnacht und bot im Museum Alpin ein abwechslungsreiches Programm mit «Tandem im Museum & Museumsquiz», einem Vortrag und einem Museumsnacht-Apéro. In Sils Maria öffneten das Nietzsche-Haus und das Sils Museum ihre Türen. Dort widmete sich eine Ausstellung Annemarie Schwarzenbach, ergänzt durch Führungen, einen Apéro und einen speziellen Büchertisch. Auch in Maloja konnte das Atelier Segantini besucht werden. Führungen gaben Einblick in den Ort, an dem Giovanni Segantini lebte und arbeitete. In St. Moritz luden weitere Stationen zum Entdecken ein: Die Design Gallery zeigte die Fotoausstellung «plus quam flores – More than Flowers» von Gian Giovanoli. In Dancos Kutschenmuseum ging es um vergangene Zeiten und Traditionen. Zu sehen waren historische Wagen und Werkzeuge aus dem 19. Jahrhundert, Schlitten und alte Fotografien. Im Cresta & Bob Museum Scala konnten die Besucherinnen und Besucher bei durchgehenden Führungen weitere Einblicke in die Geschichte des Bobsports gewinnen.
Eine Nacht, viele Geschichten
Die Museumsnacht zeigte damit einmal mehr, wie unterschiedlich die Kultur des Engadins sein kann. Es ging dabei nicht nur um Bilder hinter Glas oder historische Gegenstände in Vitrinen. Die Besucherinnen und Besucher konnten mit Kunstschaffenden, Museumsmitarbeitenden und Fachpersonen ins Gespräch kommen, Fragen stellen, Werkstätten entdecken, Filme anschauen, selbst Hand anlegen und Geschichten hören, die sonst vielleicht verborgen geblieben wären. Vom Weg der Kaffeebohne über die Kunst der Pedrettis bis zu den ersten Holzschlitten des Bobsports verband die Museumsnacht ganz unterschiedliche Facetten der Region.
Und gerade darin lag ihr Reiz: Wer von einem Ort zum nächsten fuhr, wechselte nicht nur das Museum, sondern jedes Mal auch die Perspektive auf das Engadin. Die Museumsnacht lud deshalb dazu ein, sich Zeit zu nehmen, neugierig zu sein und vielleicht auch dort stehen zu bleiben, wo man ursprünglich gar nicht hinwollte. Denn zwischen Kunst, Geschichte, Handwerk und Sport gab es an diesem Abend auch viel anderes zu entdecken.
Und gerade darin lag ihr Reiz: Wer von einem Ort zum nächsten fuhr, wechselte nicht nur das Museum, sondern jedes Mal auch die Perspektive auf das Engadin. Die Museumsnacht lud deshalb dazu ein, sich Zeit zu nehmen, neugierig zu sein und vielleicht auch dort stehen zu bleiben, wo man ursprünglich gar nicht hinwollte. Denn zwischen Kunst, Geschichte, Handwerk und Sport gab es an diesem Abend auch viel anderes zu entdecken.
Autorin und Foto: Fabia Niggli
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