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Marina und Nadja Kälin, Niclas Steiger, Fabrizio Albasini. Fotos: z.Vfg

Marina und Nadja Kälin, Niclas Steiger, Fabrizio Albasini. Fotos: z.Vfg

Oberengadiner Langlaufnachwuchs auf der Überholspur

Erfolgreiches Wochenende für die Nachwuchs-Langläufer von Engadin Nordic an den Schweizermeisterschaften in Sedrun. Zwölf Medaillen, davon drei Goldene, lautet die positive Bilanz. Dabei wäre die Teilnahme um ein Haar dem Wetter zum Opfer gefallen.

Wie immer vor wichtigen Rennen wollte das Langlaufteam von Engadin Nordic dem Oberengadiner Stützpunkt für die Nachwuchsförderung im Nordischen Skisport am letzten Freitag nach Sedrun reisen, um sich professionell auf die ersten beiden Rennen der diesjährigen Schweizer Langlaufmeisterschaften vom Samstag und Sonntag vorzubereiten.
Zwei Mal aber mussten sie jeweils wenige Minuten nach ihrer Abfahrt wegen den starken Schneefällen, der Lawinengefahr und den daraus resultierenden Strassensperrungen aber wieder umkehren. Schliesslich erreichten sie erst am Samstag kurz vor Rennbeginn Sedrun, liessen sich davon aber nicht beeindrucken und trumpften in der Surselva gross auf: Nadja Kälin, Niclas Steiger und Fabrizio Albasini gewannen beide Gold und realisierten zusammen mit Nadja Kälins jüngerer Schwester Marina im Quartett und kategorienübergreifend insgesamt zwölf Podestplätze.

Förderung des Nachwuchses
Seit Juni 2019 ist die ehemalige Langläuferin Jennifer Egger aus Samedan Haupttrainerin bei Engadin Nordic. Nach ihrer Schulzeit in Samedan wechselte sie 2007 an die Tiroler Sporthandelsschule Stams und kehrte nach zwei Jahren wieder in ihre Heimat zurück, um an der Academia Engiadina die Handelsmittelschule zu absolvieren.
Die heute 29-Jährige ist ausgebildete Fitnessinstruktorin, schloss Ende 2019 erfolgreich die Berufstrainerausbildung in Magglingen ab und sieht ihre Hauptaufgabe bei Engadin Nordic «in der Förderung des regionalen Langlaufnachwuchses im Oberengadin». Dieser Nachwuchs setzt sich aus rund 50 Jugendlichen zusammen, welche sich ab einem Alter von zwölf Jahren in einer professionellen, schulischen und sportlichen Ausbildungsstruktur und in ihrer Lieblingssportart weiterentwickeln können. Engadin Nordic arbeitet diesbezüglich eng mit regionalen Bildungsinstituten zusammen, namentlich mit der Scoula Sportiva in Champfèr sowie der Academia Engiadina und der Berufsschule in Samedan. Dazu steht ein jährliches Budget von rund 200 000 Franken bereit und teilt Athletinnen und Athleten in vier sogenannte Phasen ein: U14, U16, Junioren U18 bis U20 sowie Aktive U23 und älter, in den beiden Disziplinen Langlauf und Biathlon. «Wir wollen den Jugendlichen die Freude am Langlauf- und Biathlonsport vermitteln, sie auf ihrem Weg begleiten und stärken», so Egger.

Aktuell ist gerade alles etwas anders
Jennifer Egger sagt: «Ein wie gewohnt ‹normales› Leben gibt es leider nicht mehr.» Auf den Trainings- und Wettkampfalltag bezogen heisst das, dass coronabedingt Indoortrainings und Rennvorbereitungen nur mit Schutzmasken zulässig sind. Wettkampforte sind wie bei den Profis auch im Nachwuchssektor rigoros abgesperrt, und gleichzeitig trainiert werden darf derzeit mit maximal 15 Personen. «Bei einer Teamgrösse von 50 Jugendlichen ist alleine das schon eine grosse Herausforderung.»
Dass die Oberengadiner Langläuferinnen und Langläufer trotz allem fit sind, bewiesen sie in Sedrun bereits am Samstag beim Einzelrennen in der freien Technik über fünf Kilometer bei den Frauen und über zehn Kilometer bei den Männern U18 und U20. Bei mittlerweile wieder sonnigen, aber kalten Bedingungen gewann der 17-jährige Fabrizio Albasini vom Skiclub Alpina St. Moritz U18-Gold und belegte in der U-20-Wertung, bei Ausklammerung des zweitplatzierten Spaniers Jaume Pueyo den dritten Platz. Im gleichen Rennen erkämpfte sich der 16-jährige Niclas Steiger vom Skiclub Piz Ot Samedan die Silbermedaille bei den U18. Die beiden für den Skiclub Alpina St. Moritz startenden Schwestern Nadja und Marina Kälin erreichten im Skatingrennen den zweiten Rang bei den U20 respektive den dritten Rang bei den U18.

Medaillenflut im Verfolgungsrennen
Gross aufgetrumpft hat der Oberengadiner Nachwuchs dann am Sonntag, wo bei wieder leichtem Schneefall, tiefen Temperaturen und immer stärker aufkommendem Wind ein Verfolgungsrennen vom Vortag in der klassischen Technik auf dem Programm stand. Die 19-jährige Nadja Kälin wurde über die fünf Kilometer in der Kategorie U20-Schweizermeisterin und belegte mit ihrer Zeit im Klassement der Damen den dritten Rang. Für ihre 16-jährige Schwester Marina resultierten ein zweiter Platz bei den U18 und ein dritter Platz bei den U20.
Niclas Steiger wurde in der Verfolgung über zehn Kilometer Schweizermeister in der Kategorie U18 und Dritter bei den U20. Fabrizio Albasini schliesslich erkämpfte sich im gleichen Rennen den dritten Platz bei den U18.
Ende März steht dann in Sedrun noch der zweite Teil der Schweizermeisterschaften mit einem Sprint-, einem Langdistanz- und einem Teamsprintrennen auf dem Programm. Klar, dass die Nachwuchsläuferinnen und Nachwuchsläufer von Engadin Nordic auch dannzumal wieder ganz vorne mitmischen wollen. Lesen Sie nachfolgend die Kurzporträts der vier erwähnten Langläuferinnen und Langläufer.

Alle Resultate der Schweizermeisterschaften unter: www.swiss-ski.ch/langlauf/resultate. Weitere regionale Informationen unter: www.engadin-nordic.ch

Nadja und Marina Kälin, Niclas Steiger und Fabrizio Albasini: jung, schnell und ambitioniert
Aus dem ersten Wochenende der Langlauf-Schweizermeisterschaften in Sedrun resultierten aus Oberengadiner Sicht drei Schweizermeistertitel. Dafür besorgt waren Nadja Kälin, Fabrizio Albasini und Niclas Steiger. Da steckt einiges an Potenzial in diesen drei Nachwuchsläufern von Engadin Nordic. Und sie sind nicht alleine: 

Nadja Kälin, die Weltmeisterin
Die St. Moritzerin Nadja Kälin ist erst 19 Jahre alt, darf sich aber schon Weltmeisterin und Olympia-Medaillengewinnerin nennen. Sie, die mit zehn Jahren noch Skirennfahrerin werden wollte und sich erst später vom Langlauffieber hat anstecken lassen, wurde 2019 an den European Youth Olympic Games in Sarajevo Zweite im Einzelrennen und Dritte mit der Mixed-Staffel, gewann bisher zwei Continental Cups und gewann im letzten Jahr an den Junioren-Weltmeisterschaften im deutschen Oberwiesenthal mit Siri Wigger, Anja Weber und Anja Lozza sensationell Gold im WM-Staffelrennen.
Ganz nach dem Trainingsmotto «Langläufer werden im Sommer gemacht», investiert Nadja Kälin viel in ihre Langlaufkarriere. «Zur Saisonvorbereitung habe ich mit dem Swiss-Ski-C-Kader U20 durchschnittlich alle drei Wochen ein Trainingslager absolviert», sagt sie, die nach dem Abschluss der Matura im letzten Frühling nun alles auf die Karte Langlauf setzt und sich in ihrer Freizeit mit anderen Sportarten, aber auch mit Backen und Kochen bei Laune hält. Nadja Kälin liegen aktuell die klassischen Distanzrennen am besten, und auf die coronabedingt zuschauerlosen Rennen an der Schweizermeisterschaft angesprochen, sagt sie: «Ich bin einfach dankbar, dass wir überhaupt Rennen laufen können. Man merkt zwar schon, dass es am Streckenrand ruhiger ist, aber man konzentriert sich sowieso auf sich selbst.»
Sie träumt von der Teilnahme an den grossen Olympischen Spielen und betrachtet den Aufwand dafür nicht als «Opfer wertvoller Freizeit», sondern als «Privileg, überhaupt so viel Zeit dafür aufwenden zu können».

Marina Kälin, neu im C-Kader
Wie ihre Schwester Nadja freut sich auch die 16-jährige Marina Kälin auf den zweiten Teil der Schweizermeisterschaften, zuvor aber noch in besonderem Masse auf den diesjährigen Saisonhöhepunkt, die Junioren-WM im finnischen Vuokatti, welche vom 8. bis 14. Februar stattfindet. Marina besucht aktuell das Gymnasium an der Academia Engiadina in Samedan und hofft dieses 2022 abzuschliessen. «Zusammen mit meiner Familie habe ich viele verschiedene Sportarten entdeckt und immer auch meiner grösseren Schwester nachgeeifert», sagt sie.
Marina Kälin wurde im letzten Frühling neu ins C-Kader von Swiss-Ski aufgenommen, zieht Distanzrennen Sprints vor, will an der SM weitere Podestplätze, im Continental Cup möglichst viele Top-Ten-Platzierungen erreichen und träumt davon, einst auch im Weltcup laufen zu können.

Niclas Steiger, der U18-Meister
Der 16-jährige Niclas Steiger kam vor acht Jahren mit seiner Familie nach Samedan und hat hier schnell die Leidenschaft für den Langlaufsport entdeckt. Auch er besucht das Sportgymnasium an der Academia Engiadina. «Ich trainiere hier im Engadin sechs bis neun Mal in der Woche und liebe alle Disziplinen gleichermassen.» Steiger wurde bereits früher Schweizermeister in verschiedenen Alterskategorien und gewann in der Saison 2019/20 neben der SM auch die Helvetia Nordic Trophy und den Raiffeisen Cup.
Schon heute hat er sich vorgenommen, an den nächsten Schweizermeisterschaften der U18 zuoberst auf dem Podest zu stehen und sich in der U20 mindestens einen Platz unter den ersten Fünf zu erlaufen. «Ich hatte schon immer den Traum, einmal bei Olympischen Spielen mit dabei zu sein und dort ein gutes Resultat herauszulaufen», so Steiger, der sich im Moment aber noch auf die internationalen Rennen in seiner Altersklasse fokussiert und versucht, dort mit den Besten mitzuhalten.

Fabrizio Albasini, der Fussballspieler
Der 17-jährige St. Moritzer Fabrizio Albasini ist nicht nur erfolgreicher Langläufer – unter anderem frisch gebackener U18-Schweizermeister über zehn Kilometer Skating –, sondern auch aktiver Fussballspieler beim FC Celerina. Auch er absolviert das Sportgymnasium an der Academia Engiadina und verfolgt das Ziel, nächstes Jahr ins C-Kader von Swiss-Ski aufzusteigen. Langfristig träumt auch er von der Teilnahme an Olympischen Spielen.
Während er im Winter als Ausgleich noch Skitouren unternimmt, bikt er im Sommer und spielt leidenschaftlich gerne Fussball. «Bis jetzt zumindest», sagt er, «weil beim Fussball aber die Verletzungsgefahr gross ist, überlege ich mir gerade, ob ich im Sommer wieder auf den Rasen soll oder nicht».

Nachtrag: Am Mittwoch wurden Nadja und Marina Kälin sowie Niclas Steiger von Swiss Ski offiziell für die Junioren-WM in Finnland nominiert.

Autor: Jon Duschletta


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