Foto: www.swiss-image.ch/Andy Mettler

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Nadja Kälin (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Nadja Kälin (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Roman Furger (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Roman Furger (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Dario Cologna (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Dario Cologna (Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler)

Furger und Kälin siegen beim Skimarathon

Roman Furger gewann zum vierten Mal den Engadin Skimarathon. Zweiter in seinem letzten internationalen Rennen wurde Dario Cologna. Bei den Frauen überraschte Nadja Kälin. Die St. Moritzerin holte ihren ersten grossen Sieg. Die Neuerungen beim Start und bei der Streckenführung haben sich bewährt

Der 52. Engadin Skimarathon fand bei besten äusseren Bedingungen statt. Die Sonne zeigte sich pünktlich zum Start, und die Loipe war in allerbestem Zustand. «Ich bin begeistert», sagte Geschäftsführer Menduri Kasper über den Anlass. Er sei vor dem Rennen schon etwas angespannt gewesen. Aber: «Der neue Wellenstart hat sehr gut funktioniert und die erwartete Beruhigung ins Feld gebracht. Die kleineren Startgruppen führten dazu, dass mehrheitlich gleich starke Teilnehmende zusammenlaufen. Auch die neuen Streckenabschnitte zwischen Pontre‧sina und Samedan haben sich bewährt.» Auch die 11 500 gemeldeten Läuferinnen und Läufer wertet Kasper als Erfolg.

 Rennleiter Adriano Iseppi bilanziert nicht weniger positiv: «Es war ein fantastisches Rennen mit einen spannenden Rennverlauf. Viele Tempoverschärfungen. Immer fair und ein wenig, aber nicht zu viel Rückenwind.» Auch der Rennleiter stellt fest, dass der neue Startmodus und die neue Streckenführung zu weniger Staus und mehr Ruhe geführt haben. «Der 52. Engadiner war von A bis Z ein Erfolg. Und es gibt nur gute Gründe, die Neuerungen auch bei der nächsten Austragung beizubehalten.»

 

Überraschung Kälin

Im Ziel reichte die Kraft bei Nadja Kälin kaum für einen richtigen Jubel. Erschöpft und ausgepumpt lag die 21-jährige St. Moritzerin ein paar Minuten im Zielraum im Schnee. Später zeigte sie sich ob der eigenen Leistung und ihrem Triumph bei den Frauen überrascht: «Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin erst zum zweiten Mal über so eine lange Distanz gelaufen.» 

Zudem war Kälin nach den Olympischen Spielen in China an Corona erkrankt und konnte nur eingeschränkt trainieren. «Im Stazerwald und bei Bever hab ich denn auch gelitten, aber es ist mir trotzdem gelungen, mich immer in den ersten Rängen zu halten. Ich habe stets darauf geachtet, dass ich zwischen den Männern die führenden drei Frauen nicht aus den Augen verliere.» Im Spurt in S-chanf verwies die junge Einheimische die Französinnen Céline Chopard und Enora Latuillière auf die Plätze.

 

Wundertüte Furger

Es war Dario Colognas letztes internationales Rennen als Professional, und die Erwartungen waren entsprechend hoch. «Ein Sieg wäre schön gewesen», so Cologna. Dass Roman Furger zu seinen härtesten Gegnern zählte, habe er rasch gemerkt. «Furger ist immer wieder eine Wundertüte, aber als ich im Stazerwald sah, wie aktiv er war und immer wieder die Löcher schloss, wusste ich, dass ich mit ihm rechnen musste.» Nach dem Stazerwald sei das Tempo zu hoch gewesen, um ausreissen zu können.

Der Stazerwald war für den späteren Sieger Roman Furger denn auch entscheidend: «Hier konnten wir die starken Sprinter abschütteln, sodass es am Ziel etwas einfacher wurde», sagte er vor den Medien. Es sei ein schönes, faires und ruhiges Rennen gewesen. Am Ziel zeigte sich Furger über seinen Sieg dann etwas überrascht. Seit den Olympischen Spielen hatte er keinen Wettkampf mehr bestritten und eine Erkältung hatte seine Trainingspläne durcheinandergeworfen. «Aber irgendwie passt es in mein Schema. Wenn die Vorbereitung schlecht läuft, läuft es umso besser im Rennen.» 

Furger steht jetzt, wie Cologna, bei vier Siegen am Engadiner und will, so versprach er an der Siegerehrung, nächstes Jahr versuchen, den Sieg zu wiederholen und damit mit dem letztes Jahr verstorbenen Rekordhalter Albert «Bertli» Giger gleichzuziehen.

 

Tränen bei Cologna

Bei der Siegerehrung verabschiedete Rennleiter Iseppi Dario Cologna mit emotionalen Worten und bedankte sich im Namen aller Schweizer Langlauffreunde beim zurücktretenden Münstertaler: «Was Du für den Schweizer Langlaufsport geleistet hast, ist unbeschreiblich.» Für Cologna war das etwas gar viel und er konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Einen weiteren Start am Engadin Skimarathon wollte er zwar nicht ausschliessen, aber auf einen fünften Sieg dürfe er sich wohl keine allzu grossen Hoffnungen mehr machen: «Die Zielgerade wird jedes Jahr etwas länger», schmunzelte er nachdem er sich wieder gefasst hatte. Cologna wird in zwei Wochen an den Schweizer Meisterschaften im bernischen Zweisimmen ein letztes Mal an den Start gehen. Beim Fünfziger auf coupiertem Terrain ist er der grosse Favorit.

 

Text: Daniel Zaugg


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