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Den unverkennbaren Schnauzbart hat Peppino Reich zum Markenzeichen seines Restaurants gemacht. 	Foto: Denise Kley

Den unverkennbaren Schnauzbart hat Peppino Reich zum Markenzeichen seines Restaurants gemacht. Foto: Denise Kley

«Ich war schon immer ein Feinschmecker»

Peppino Reich aus Silvaplana eröffnete mit 25 Jahren das gleichnamige Restaurant «Peppino’s» an der alten Olympiaschanze in St. Moritz. Ein ungewöhnliches Wagnis für den beruflichen Quereinsteiger und damaligen Gastro-Neuling.

Seit zwei Jahren betreibt der gebürtige Silvaplaner Peppino Reich das Restaurant «Peppino’s» bei der alten Skisprungschanze. Sein gezwirbelter Schnauzbart ziert das Eingangsschild und ist sein unverkennbares Markenzeichen. Auch wenn es für Reich ein steiniger Weg war zum eigenen Restaurant mit Schnauzbart-Logo. Begonnen hatte es vor drei Jahren, als Reich erfuhr, dass die damalige Pächterin des Clubhauses des Wurftauben-Schützenvereins aufhört. Damals lebte und arbeitete der gelernte Metallbauer im Unterland und schloss gerade eine Weiterbildung zum Werkstattleiter ab. Reich witterte die Möglichkeit, dem Clubhaus neues Leben einzuhauchen und bewarb sich als Pächter. «Ich war der Meinung, dass das Clubhaus viel Potenzial hat, das aber leider nicht genutzt wurde.»

Rückkehr ins Engadin
Auch wenn er sich zu Beginn niedrige Chancen für einen Pachtvertrag ausrechnete, denn immerhin war er Gastro-Neuling und Quereinsteiger. Dennoch setzte er sich gegen sechs Mitbewerber durch. So kehrte er ins Engadin zurück und wagte den beruflichen Neuanfang in der alten Heimat. Des wirtschaftlichen Risikos war er sich bewusst. Aber der Hobby-Pokerspieler sah das Projekt als Herausforderung: «Ich wollte es einfach versuchen. Wenn es nicht geklappt hätte, wäre ich wieder in meinen gelernten Beruf zurückgekehrt.» Auch gegen Zweifler musste er sich durchsetzen: «Da gab es viele, die spekulierten, dass ich das Restaurant nicht länger als ein halbes Jahr halten kann.» Aber bald bewies er den Kritikern das Gegenteil. Seit dieser Saison hat «Peppino’s» aufgrund des hohen Gästeaufkommens sieben Tage die Woche geöffnet, ohne Reservierung ist es fast unmöglich einen Tisch zu bekommen. Den Schritt in die Selbständigkeit hat er bisher nicht bereut. Auch wenn dies bedeutet, viel und lange zu arbeiten. «Zwar heisst das auch, dass ich mehr Verantwortung habe, immerhin trage ich Sorge für sieben Angestellte, aber ich bin Perfektionist, und es war immer klar für mich, dass ich mir etwas Eigenes aufbauen möchte.»

Leidenschaft zum Beruf gemacht
Der Do-It-Yourself-Gastronom beschreibt das Kochen und Essen als seine grosse Leidenschaft. «Ich war schon immer ein Feinschmecker. Bereits als kleiner Junge habe ich mir mit meinem Taschengeld besondere Dinge gegönnt und habe mir am Fischstand Tintenfisch geholt – während sich andere Kinder mit Süssigkeiten eingedeckt haben.» Das Kochen hat er sich selbst beigebracht: «Oft koche ich freestyle, aber ich schaue mir auch Videos von Profiköchen an.»
In seinem Restaurant bietet er gutbürgerliche Küche an, mit Fokus auf die norditalienische Veltliner Küche. Viele Rezepte kreiert er selbst. Diese in der Küche durchzusetzen, war zu Beginn gar nicht so einfach: »Als Jungspund einem Chefkoch zu erklären, was und wie ich das jetzt gerne hätte, war am Anfang schon eine Herausforderung. Besonders, da ich ja nicht vom Fach komme.»

Zufriedene Gäste
Scheinbar kommt die Küche bei den Gästen gut an, denn während der Saison ist das abgelegene Restaurant täglich gut besucht, ohne dass Reich viel Werbung betreibt. Ungewöhnlich für ein Restaurant, das ausserhalb von St. Moritz liegt und mit einem Anfahrtsweg für die Gäste verbunden ist, aber der Jungunternehmer erklärt lapidar: «Die gute Küche und Gastfreundschaft ist unsere Werbung. Dafür nehmen die Gäste dann auch den Weg auf sich.»
Aber für Reich ist nicht nur die angebotene Küche entscheidend. Auch zuvorkommende Gastgeberqualitäten sind ausschlaggebend dafür, dass die Gäste wiederkommen. «Erfolgreich zu sein bedeutet für mich nicht nur, Geld zu verdienen. Wenn ich abends das Restaurant abschliesse, die Lichter lösche und weiss, dass die Gäste zufrieden nach Hause gegangen sind, war das für mich ein erfolgreicher Tag.»

Text und Foto: Denise Kley


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