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Gitarrenbauer Lukas Brunner baut seit mehr als 20 Jahren Qualitätsgitarren in Lavin (Foto: Mayk Wendt).

Gitarrenbauer Lukas Brunner baut seit mehr als 20 Jahren Qualitätsgitarren in Lavin (Foto: Mayk Wendt).

Eine reine Herzensangelegenheit

Lukas Brunner aus Lavin exportiert nicht nur Gitarren, sondern auch sein Know-how. Seit mehr als fünf Jahren engagiert sich der Unterengadiner intensiv in Indien. 

Wenn alles nach Plan läuft, hofft Lukas Brunner noch in diesem Jahr nach Bangalore, Indiens drittgrösste Stadt reisen zu können. Während für Touristen die Grenzen nach wie vor geschlossen sind, ermöglicht ihm sein auf fünf Jahre gültiges Geschäftsvisum die Einreise. Brunner baut seit 25 Jahren Gitarren und zählt Musiker aus der ganzen Welt zu seinen Kunden. Seit 2014 engagiert er sich schon auf dem Subkontinent Indien.

Zusammenarbeit lag auf der Hand
Alles begann mit seinem in Kanada lebenden indischen Freund Jonathan Michael, der ihn nach Bangalore mitnahm, so Brunner im Rückblick. Er war es, der den Gitarrenbauer aus dem Bergdorf in Kontakt mit der christlichen Hilfsorganisation ACTS brachte, welche hauptsächlich im Bereich Ausbildung tätig ist (ACTS steht für Agriculture, Crafts, Trades and Studies). «Sofort war eine Verbindung da», sagt Brunner in Hinblick auf die Begegnung mit Santosh Gnanakan, dem heutigen Leiter der Hilfsorganisation. Gegründet wurde ACTS von dessen Vater, dem bekannten indischen Musiker Ken Gnanakan. Mit seinen Highend-Gitarren ist Brunner in der internationalen akustischen Gitarren-Szene längst eine feste Grösse. Eine Partnerschaft mit dem Schweizer Gitarrenbauer konnte sich die indische NGO (Nichtregierungsorganisation) daher gut vorstellen. Mit der aufgebauten Gitarrenwerkstatt und dem Vertrieb der Astha-Gitarren unterstützen sie nun zusammen Minderprivilegierte und vermitteln Perspek-tiven. «Building guitars, changing lives» heisst das Motto.

Bildung ist der Schlüssel
Wenn Brunner nach rund sechs Jahren Bilanz zieht, zeigt er sich zufrieden. «Natürlich könnte man schon viel weiter sein», meint er, «aber man macht immer zwei Schritte nach vorn und dann wieder einen zurück.» Damit spricht er die doch sehr schwierigen Verhältnisse an, in denen das Projekt aufgebaut wird. «Indien ist nicht gleich Schweiz. Erst seitdem wir eine eigene Solaranlage auf dem Dach haben, müssen wir zum Beispiel nicht mehr mit täglich mehrfachen Stromausfällen kämpfen», schaut er dankbar zurück. «Frühzeitige Wechsel im Team und ein Umzug in ein neues Gebäude haben uns allerdings um zirka ein Jahr zurückgeworfen», erklärt der 46–Jährige. Doch es ginge nicht darum, schnell etwas aufzubauen, sondern langfristig und damit nachhaltig zu gestalten, sagt Brunner. Bildung und Ausbildung ist in solchen Ländern die nachhaltigste Lösung und «Bildung der Schlüssel», so Brunner weiter.

Astha – Gitarren der Hoffnung
Der Name Astha ist Sanskrit und bedeutet Hoffnung/Zuversicht. Genau das ist es, was Brunner mit dieser Zusammenarbeit mit der indischen NGO vermitteln möchte. Einerseits wollen sie einigen jungen, motivierten Indern eine Chance geben, ein ganz besonderes Handwerk zu erlernen und ihnen gleichzeitig ein angemessenes Grundeinkommen sichern. Andererseits werden mit zehn Prozent jeder verkauften Gitarre Kinder aus ärmlichen Verhältnissen mit Schulbildung unterstützt. Da bei Astha höchste Qualität wichtiger ist als ein möglichst niedriger Verkaufspreis, können zehn Prozent (rund 100 bis 250 Franken) je nach Alter des Kindes ein ganzes Jahr Schulgeld in Indien abdecken. Auf diese Weise erwirbt ein Kunde nicht nur ein wunderbares Instrument mit einer besonderen Geschichte, sondern er unterstützt gleichzeitig ganz direkt Leute, die in einem weniger privilegiertem Umfeld aufwachsen.

Dankbar für Sinnvolles
Fast täglich ist Brunner via Chat mit dem Team vor Ort im Kontakt. «Häufig sind es fachspezifische Fragen.» Was ist zu tun, wenn es ein Problem gibt mit der Holzqualität? Was, wenn eine Maschine nicht mehr läuft oder es Schwierigkeiten beim Lackieren gibt? «Der ganz normale Alltag im Betrieb», sagt der Gitarrenbauer und zieht die Achseln hoch, als sei es selbstverständlich, von Lavin aus noch einen Betrieb in Indien zu führen. Zudem kümmert er sich um die Kundenbetreuung und alle operativen Prozesse vor Ort. Nach dem ersten Jahr stellte der Laviner fest, dass sein Engagement alles übertrifft. «Kraft, Zeit und Geld», sagt er. Dennoch stellt sich für ihn die Frage eines Rückzuges nicht. Denn es geht vor allem darum, etwas Sinnhaftes tun zu können. «Und dafür bin ich dankbar.»

Text, Fotos und Video: Mayk Wendt


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